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#helferhelden – Homeoffice kommt nicht infrage

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Während sich andere im Homeoffice schützen, müssen viele Justizbeamte weiter zur Arbeit gehen. Die Jugendanstalt (JA) Neustrelitz ist ein Ort, der für viele verschlossen ist. Derzeit tut die Justiz alles dafür, dass auch Corona draußen bleibt. Daher hat sich der Tagesablauf im Neustrelitzer Gefängnis etwas verändert. Und Helden der Pandemie arbeiten tagtäglich hier: die Bediensteten des Justizvollzugs.

Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) dankt ihnen für ihren Einsatz: „In dieser Ausnahmesituation sind die Bediensteten in allen Anstalten bei gebotenem Abstand enger zusammengerückt. Sie können sich aufeinander verlassen.“ Der Großteil von ihnen, gerade im Allgemeinen Vollzugsdienst, kann natürlich kein Homeoffice machen. Für den absoluten Krisenfall haben sich viele Kolleginnen und Kollegen gemeldet, um in Quarantäne den Vollzug abzusichern. Das bestätigt auch Justizobersekretär Jens Müller. „Unter den Kollegen in Neustrelitz ist die Stimmung gut. Wir machen das Beste aus dieser speziellen Situation.“

Neuzugänge auf spezieller Station

Derzeit arbeiten 174 Bedienstete in der JVA Neustrelitz. „Es ist ein Beruf, in dem rund um die Uhr ein unverzichtbarer Beitrag für die Entwicklung und Resozialisierung Einzelner und damit zur Sicherheit unserer Bevölkerung geleistet wird“, so Ministerin Hoffmeister. Die Bewegungen in den Gefängnissen Justizvollzugsanstalten sind auf ein Minimum reduziert worden. Ersatzfreiheitsstrafen sind zurzeit unterbrochen, neue werden nicht vollstreckt. Die Strafen müssen aber zu einem späteren Zeitpunkt angetreten oder fortgeführt werden, sofern nicht inzwischen die Geldstrafe bezahlt wurde.

Neue Inhaftierte, auch Untersuchungshäftlinge, kommen kaum noch an. Alle Neuaufnahmen werden für einige Tage in einer speziellen Station untergebracht, um sicherzugehen, dass sie keinen Virus in die Anstalt tragen. „Die Justiz leistet in dieser Ausnahmesituation ihren Beitrag und minimiert Vorgänge, die aufgeschoben werden können, um die Handlungsfähigkeit der Justiz nicht zu gefährden. Dabei denken wir vor allem auch an unsere Bediensteten, hier speziell im Justizvollzug, um sie vor dem Coronavirus zu schützen“, so Justizministerin Hoffmeister.

Bislang mehr als 200 Masken genäht

Auch die Gefangenen in der JVA spüren die Vorsichtsmaßnahmen. Arbeitende Inhaftierte werden in Schichten eingeteilt. Auch wird getrennt Sport gemacht. Dadurch soll verhindert werden, dass sich zu viele auf einmal begegnen. Besuch bekommen die Gefangenen von ihren Angehörigen zurzeit nur in Ausnahmefällen und dann auch nur hinter Plexiglas. Den rund 200 Gefangenen wurde die Maßnahme eindringlich erklärt, sie haben Verständnis.

Dass bislang glücklicherweise kein Corona-Fall im Vollzug des Landes aufgetreten ist, trägt zum Verständnis bei. Ein großes Thema in der Anstalt sind Schutzmasken. In sensiblen Bereichen wie in der Aufnahme oder der Küche wird Maske getragen. Wie alle Justizvollzugsanstalten sind auch die Neustrelitzer zusätzlich in die Maskenproduktion eingestiegen. Bislang haben sie mehr als 200 Stoffmasken in der Jugendanstalt selbst genäht

Bianca Lenz | Mit freundlicher Genehmigung: Nordkurier

 

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