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Zugänge zu ethischen Fragestellungen im Vollzug

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Die erste Ethik-Handreichung für den Vollzug verdankt sich der Erkenntnis, dass die ethische Reflexion einen Raum in Justizvollzugsanstalten benötigt. Dringend bedarf es innerhalb dieser Strukturen des Nachdenkens über die zahlreichen Situationen des Alltags, die fraglich erscheinen oder ein Unbehagen verursachen. Aber dieses Nachdenken ist gar nicht so einfach: Es muss strukturiert und geleitet werden. Genau dazu möchte dieses Buch eine Hilfestellung geben.

Es soll ermutigen und befähigen für die ethische Fallreflexion im Justizvollzug – und darüber hinaus. Die Handreichung ist hervorgegangen aus der langjährigen Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Ethik im Justizvollzug der Katholischen Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit der Professur für Christliche Sozialethik der Universität Würzburg  mit Prof. Dr. Michelle Becka.

Seit vielen Jahren installieren und begleiten wir Ethikkomitees in JVAs in ganz Deutschland. Die Arbeitshilfe richtet sich an diejenigen, die in diesen Ethikkomitees mitwirken. Sie richtet sich darüber hinaus an alle, die an Ethik im Justizvollzug interessiert sind. Sie ist aber nicht auf das Handlungsfeld Justizvollzug beschränkt, sondern kann auch darüber hinaus zum Einsatz kommen, weil Fragen der ethischen Reflexion in Organisationen in zahlreichen Feldern sozialprofessionellen Handelns eine Rolle spielen. Das knappe Buch zeichnet sich dadurch aus, dass es durch seinen Aufbau verschiedene Zugänge zu ethischen Fragestellungen ermöglicht. Gerade weil es für viele Akteure unklar ist, was „Ethik“ eigentlich bedeutet, setzt der erste Teil beim Alltagsverständnis an und führt langsam zur Klärung ethischer Grundbegriffe hin. Dieser Teil ist besonders einfach geschrieben und recht allgemein gehalten.

Der zweite Teil widmet sich konkret der ethischen Fallreflexion im Justizvollzug. Die Bedeutung und die Arbeit von Ethikkomitees in Justizvollzugsanstalten werden erläutert und es gibtpraktische Hinweise zur Implementierung und inhaltlichen Gestaltung von Ethikkomitees. Im Zentrum des zweiten Teils (und der ganzen Handreichung) steht die ethische Fallreflexion in Form eines Leitfadens für die konkrete Diskussion. Der Leitfaden wird eingeführt und kommentiert. Zentrale normative Begriffe werden geklärt. Der dritte Teil hat weiterführenden Charakter. Dem interessierten Leser werden kleine Einblicke in die großen Ethiktheorien gegeben, die den Verstehenshorizont erweitern sollen. Ein Glossar, praktische Tipps und Literaturempfehlungen schließen die Handreichung ab

Ethik im Vollzug
Michelle Becka/Johannes Ulrich
Handreichung zur ethischen Fallreflexion im Justizvollzug
Aschendorff Verlag, Münster
14,80 Euro

 

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