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Glocken rufen zu Gebet und Innehalten

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Um die rasante Ausbreitung der Infektion mit dem Corona-Virus zu verhindern, müssen die sozialen Kontakte der Menschen massiv begrenzt werden – auch im Bereich der Kirchen und Religionsgemeinschaften. In dieser Zeit der Einschränkungen und Isolation starten die Kirchen in Nordrhein-Westfalen eine ökumenische Initiative: In allen Kirchengemeinden erklingen täglich um 19.30 Uhr für fünf Minuten die Kirchenglocken, um Menschen zu Gebet und Innehalten einzuladen und so miteinander zu verbinden. Die Initiative wird von den katholischen (Erz-)Bistümern und Evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen getragen.

„Glockenläuten verbindet: Menschen mit Gott, Menschen untereinander, Himmel und Erde“, schreibt Generalvikar Alfons Hardt in einem Brief an das Pastorale Personal des Erzbistums Paderborn, mit dem er zur Teilnahme an der ökumenischen Initiative aufruft. Das Glockenläuten lade zum persönlichen Innehalten, zu Stille und Gebet zu Hause ein. Durch das gleichzeitige Beten von Einzelnen entstehe zugleich eine lebendige Gemeinschaft. Die einzelnen BeterInnen werden zu einer großem Netzwerk zusammengeführt. In den Tagen und Monaten der Corona-Krise braucht es solche Verbindungen. Da öffentliche Gottesdienste zurzeit nicht gefeiert werden dürfen, wird durch das gleichzeitige Gedenken und Bedenken beim Läuten der Glocken an unterschiedlichen Orten ein Zeichen der Hoffnung gesetzt.

Glockenläuten und Balkonsingen

Die Feier der Kar- und Osterliturgie wird in den einzelnen Kirchengemeinden und in manchen Justizvollzugsanstalten nicht stattfinden. Das Vollgeläut wird aber am Osterfest 15 Minuten lang erklingen. Auf diese Weise entsteht ein Gebets-Netzwerk aller Menschen über Konfessionsgrenzen, Religionen und Weltanschauungen hinaus. Es soll in den herausfordernden Zeiten Mut machen. Auch in anderen Bundesländern starten solche Initiativen. Daneben sollen Kerzen in das Fenster gestellt werden oder es wird regional das #Balkonsingen initiiert.

Viele beteiligen sich an solchen Zeichen der Kommunikation, um sich gegenseitig Mut zu machen – in Zeiten, in denen das Coronavirus den Alltag völlig aushebelt. Ein Hoffnungsschimmer und Signal der Solidarität vor allem für diejenigen, die sich in Tagen von “Social Distancing” besonders allein fühlen.

 

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