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Förderung von Maßnahmen im Jugendvollzug

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Eine derzeit laufende Ausschreibung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) wendet sich dezidiert der Förderung von innovativen Maßnahmen zur politischen Bildung in Jugendstrafanstalten zu. Träger mit Erfahrung auf dem Gebiet der non-formalen Bildung in Jugendstrafanstalten können sich noch bis zum 30. Juni 2020 mit eigenen Formaten zu einer Förderung bewerben. Gefördert werden im Rahmen der Ausschreibung fünf bis sieben Projekte mit einer Zuwendung in Höhe von je 30.000 € bis 60.000 €. Die Förderlaufzeit beträgt ein Jahr und beginnt frühestens ab dem 1. September 2020.

In sozialen Medien und im sonstigen Alltag treffen Jugendliche vermehrt auf Haltungen, die andere Personen aufgrund von Ethnie, Sexualität oder Religion abwerten oder demokratische Entscheidungs- und Aushandlungsprozesse diskreditieren. Haftanstalten als (ab-)geschlossene und temporär freiheitseinschränkende Sozialräume können der individuellen Stärkung solcher Ideologien zusätzlich Vorschub leisten. Da abwertende Haltungen, die sich im Jugendalter gefestigt haben, häufig nicht mehr abgelegt werden, besteht ein erhöhter Bedarf an politischer Bildung.

Die von der bpb geförderte und systematisch angelegte Pilotstudie (Politische Bildung – Angebote, Bedarfe und Leerstellen) des Anne Frank Zentrums e.V. in Kooperation mit der Hochschule Merseburg (Prof. Dr. Jens Borchert) durch eine bundesweite Bestandsaufnahme zur politischen Bildung in Jugendstrafanstalten (JSA) bestehende Angebote abgebildet und Bedarfe deutlich hervorgehoben.

Aus den Ergebnissen und Handlungsempfehlungen der Pilotstudie ergibt sich ein nach wie vor ausgeprägter Bedarf an neuen innovativen Projekten zur politischen Bildung für Jugendliche und junge Erwachsene, die eine Haftstrafe in einer Jugendanstalt (JA), Jugendstrafanstalt (JSA) oder einer Justizvollzugsanstalt (JVA) für den Jugendvollzug verbüßen. Diese sollen für Ideologien der Ungleichwertigkeit wie islamistischen, rechtsextremistischen oder gruppenbezogen menschenfeindlichen Haltungen (z.B. Antisemitismus) in ihrem Umfeld sensibilisiert werden. Fragen zur Ausschreibung richten Sie bitte an Frau Mariana Fenske.

mariana.fenske(at)bpb.de
+49 (0)228 99515-541
Fachbereich Extremismus
Adenauerallee 86, 53113 Bonn

 

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