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Engagement für Gefangene im afrikanischen Malawi

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Kämpferin für die Abschaffung der Todesstrafe
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Die Gefängnisseelsorge arbeitet bei ihrem Engagement für die Gefangenen im afrikaischen Malawi eng mit der Gemeinschaft Sant’Egidio zusammen, einer christlichen Gemeinschaft, die sich seit ihrer Gründung 1968 für die Armen einsetzt. In Malawi unterhält Sant’Egidio Gesundheitszentren zur Bekämpfung von Aids und Ernährungszentren für Kinder. Außerdem besuchen Mitglieder der Gemeinschaft regelmäßig Gefangene in verschiedenen Gefängnissen des Landes und setzen sich für die Humanisierung des Strafvollzugs ein. An diesen ehrenamtlichen Besuchen beteiligt sich auch Alexious Kamangila. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Anwalt koordiniert er in seiner Freizeit die Aktivitäten von Sant’Egidio in den Gefängnissen.

Alexious Kamangila hat sich in einigen E-Mails überrascht und erfreut gezeigt, dass sich Menschen am anderen Ende der Welt für die Gefangenen in seinem Land interessieren. Für ihn ist die Unterstützung ein Ansporn, gemeinsam die Situation in den Gefängnissen von Malawi zu verbessern. Eigentlich, als an Corona noch niemand dachte, sollte Alexious Kamangila, ein Anwalt aus Malawi, als Gast an der Studientagung der Katholischen Gefängnisseelsorge teilnehmen, um über die Situation der Gefängnisse in seinem afrikanischen Land zu berichten.

Neben den Besuchen in den Gefängnissen und der ehrenamtlichen Begleitung von Gefangenen ist Alexious Kamangila mit der Gemeinschaft Sant’Egidio politisch für die Gefangenen tätig. In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen hat Kamangila einen Forderungskatalog an die Regierung gerichtet, in dem u.a. vorgeschlagen wird, über 50 jährige, Kinder, Frauen, die mit ihren Kindern inhaftiert sind, und gesundheitlich angeschlagene Personen durch einen Gnadenakt freizulassen, um die Überfüllung abzubauen. Ein weiterer Vorschlag bezieht sich auf das Reduzieren der Untersuchungshaft-Gefangenen, indem sie in leichteren Fällen draußen auf ihre Verhandlung warten und indem die Verhandlungen schneller durchgeführt werden sollen.

Da eine Einladung für den Herbst 2021 nicht realisierbar ist, hat die Katholische Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V. im Frühjahr 2021 eine Spende von 1000 Euro nach Malawi überwiesen. Sie kommt den Gefängnissen und Gefangenen dort zugute. Die Spende wurde durch den Förderverein verdoppelt. Hinzukommt eine Sammlung unter den Gefangenen der JVA Würzburg, die ca. 600 Euro ergab, eine Summe die ebenfalls durch einige andere Einzelspenden verdoppelt werden konnte. Insgesamt wurden im April 2021 3.200 Euro nach Malawi überwiesen. Die Ankunft der Spende wurde in der Zwischenzeit bestätigt.

Liebe Freunde,

vielen Dank, dass ihr im Gefängnis Geld für uns gesammelt habt. Für mich, für meine Freunde der Gemeinschaft Sant’Egidio und unsere Freunde im Gefängnis ist es sehr bewegend, dass Menschen, die ebenfalls gefangen sind, an andere denken, obwohl sie selbst in einer schwierigen Situation sind. Das ist der wahre Geist der Gemeinschaft Sant’Egidio und es ist ein Zeichen des Wunders der Freundschaft, das zeigt, dass niemand zu arm ist, um nicht einem anderen helfen zu können.

 

Für mich ist es unglaublich, dass neben unseren lieben Freunden im Gefängnis auch die Katholische Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V. und ein mit ihr verbundener Verein jeweils 1.000 Euro gespendet haben. Dieses Geld wird sorgfältig ausgegeben werden, damit es Veränderungen bewirken kann. Sobald es möglich ist, werden wir berichten, was damit erreicht werden konnte. Indem wir Euch auf dem Laufenden halten, wie Eure Unterstützung verwendet wurde und was sie bewirken konnte, wollen wir unsere Dankbarkeit zeigen.

Zu Beginn des Jahres 2021 ist die südafrikanische Variante durch zurückkehrende Gastarbeiter aus Südafrika in Malawi angekommen, sodass sich die Krankheit dort schneller verbreitet hat. Anfang April hat es landesweit 800 Erkrankte in den Gefängnissen gegeben, von denen acht schwer erkrankten. Einige Tote gibt es zu beklagen.

 

Unterstützung auf vielfältige Weise

Die Inhaftierten der JVA Würzburg wünschen, dass ihre Spende für die Kampagne „Gefangene befreien“ verwendet wird. Dabei soll einigen Gefangenen, die unschuldig oder wegen geringer Vergehen im Gefängnis sind und schon lange auf ihre Verhandlung warten, ein Anwalt bezahlt werden, der endlich das Verfahren ins Rollen bringt. Auf diese Weise konnten schon früher einige Gefangene durch Spenden aus Deutschland nach ihrem Freispruch das Gefängnis endlich wieder verlassen. Der Bau einer Küche im Gefängnis von Nkhata Bay soll unterstützt werden. Diese ist einer Stadt in der nördlichen Landeshälfte am Malawisee, die Hauptziel von Rucksacktouristen ist. In vielen Gefängnissen gibt es nur eine Feuerstelle, auf der jeden Tag ein Maisbrei für alle Inhaftierten gekocht wird. Da momentan niemand die Gefängnisse betreten darf, ist die sonst übliche Versorgung durch Essenslieferungen von Angehörigen nicht mehr möglich. Eine Küche wäre ein echter Fortschritt für eine ausgewogenere Versorgung der Gefangenen.

Die Einrichtung und Ausstattung einer Schule im Gefängnis von Lilongwe, der Hauptstadt Malawis, wird unterstützt. Dort sind besonders viele junge Menschen inhaftiert. Sie sollen die Chance bekommen, die Haftzeit für ihre Bildung und Ausbildung nutzen zu können. Was noch übrig ist für Hygieneartikel und Masken, die während der Pandemie besonders wichtig sind. Letztes Jahr gab es noch verhältnismäßig wenig Covid-19 Erkrankungen in Malawi. Aber zu Beginn dieses Jahres ist die südafrikanische Variante durch zurückkehrende Gastarbeiter aus Südafrika in Malawi angekommen, sodass sich die Krankheit dort schneller verbreitet hat. Anfang April hat es landesweit 800 Erkrankte in den Gefängnissen gegeben, von denen acht schwer erkrankten. Einige Tote gibt es zu beklagen. Durch die Überfüllung der Gefängnisse ist die Gefahr sehr groß, dass sich die Krankheit schnell verbreitet, wenn erst einmal eine Person infiziert ist.

Kampf gegen Todesstrafe

In Zusammenarbeit mit der Vereinigung Reprieve und der World Coalition against the Death Penalty setzt sich Alexious Kamangila schon seit einigen Jahren für die Abschaffung der Todesstrafe in Malawi ein. Gemeinsam haben sie erreicht, dass am 28. April 2021 das Verfassungsgericht von Malawi die Todesstrafe als verfassungswidrig bezeichnet hat. Dies ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Abschaffung dieser unmenschlichen Strafe. Jetzt wartet man darauf, dass das Parlament in einer Abstimmung die Abschaffung der Todesstrafe ratifiziert. Die Hoffnung auf eine positive Abstimmung scheint berechtigt zu sein. In den vergangenen Monaten wurde der Regierung ein „Dokument der Empfehlungen“ überreicht, das von Kamangila formuliert und auch von der African commission on human and peoples right unterstützt wurde und für die Erklärung des Verfassungsgerichtes eine entscheidende Bedeutung hatte. Außerdem fanden im Vorfeld in den vergangenen Jahren Sensibilisierungsmaßnahmen in der Zivilgesellschaft statt zum Thema einer Rechtsprechung auf Grundlage der Rehabilitation.

Doris Schäfer | JVA Würzburg

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