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Der Ofen ist aus! Keine Angst vor der Zukunft

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Damit ist jetzt Schluss! Das ist vorbei! Sätze, die mich an meine Kindheit erinnern. Eingeleitet meistens durch den Satz meiner Mutter: Jetzt ist der Ofen aus! Noch heute schrecke ich zusammen, wenn ich solche Sätze höre, weil sie mich daran erinnern, dass ich etwas falsch gemacht habe. Nun häuften sich diese Sätze wieder gerade in den letzten Monaten.

Nur geht es jetzt nicht um mich, um mein Verschulden, sondern um die Energiekrise hervorgerufen durch den Ukrainekrieg. Ober besser gesagt: Beschleunigt durch die russische Aggression. Der Ofen ist aus! Energiesparen ist angesagt! Obgleich wir uns nach der Corona-Zeit nach der „alten“ Normalität sehnen, oder zumindest nach einer Atempause, um uns neu zu sortieren, bleibt zum Durchatmen keine Zeit. Was sich auf der weltpolitischen Bühne abspielt, kennt sicher auch der eine oder die andere aus dem privaten Bereich, wenn sich zum Beispiel ein Elternteil oder Schwiegerelternteil nach einander als hilfsbedürftig erweist.

Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage
soviel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst
vor der Zukunft überwunden sein.

Glaubensbekenntnis eg 813, S. 1243

Nicht zu viel, nicht zu wenig

Da frag ich mich, woher kommt die Kraft für den Winter? So einfach nachtanken geht gerade nicht. Energie ist rar und damit teuer. Und die ganzen Entlastungsprogramme laufen aus. Neue werde diskutiert. Sind aber noch nicht am Start. Der Aufwand ist groß; so groß, dass sich Demokraten mit Mördern einlassen. Und warum? Die Basisbibel beschreibt es so (Ex 16,2): In der Wüste rebellierte die ganze Gemeinde gegen Mose und Aron. Murrgeschichten will man um alles in der Welt vermeiden. Aber was fehlt? So lese ich die Geschichte vom Auszug des Volkes Israel weiter (Ex 16,12): Sag ihnen: In der Abenddämmerung werdet ihr Fleisch essen und am Morgen von Brot satt werden. Und dann folgt der Satz (Ex 16,14): Als der Tau weg war, lag auf dem Boden der Wüste etwas Feines. Nicht zu vergessen die Anweisung (Ex 16,16): Sammelt davon so viel, wie jeder zu essen braucht. Und das Ergebnis (18): Wer viel gesammelt hatte, hatte nicht zu viel, und wer wenig gesammelt hatte, nicht zu wenig.

Am Ende komme ich mit dieser Geschichte zu einem meiner wichtigsten Sätze, die mein Leben immer wieder korrigieren oder auf den Boden der Tatsachen stellen. Bonhoeffers Worte quasi als Danksagung. Also: Was fehlt wirklich?

Stefan Thünemann | JVA Herford

 

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