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Wie man sich hinter Gittern bettet

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Was heißt im Knast eingesperrt zu sein?
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Wie oft lesen wir eingeritzte Initialen „W+H“ oder „ICH WAR HIER“ an besonderen Orten wie Aussichttürmen oder, wie hier zu sehen, in Hafträumen. Ein besonderer Ort, an dem sich inhaftierte Menschen auf ihren Bettbrettern verewigt haben. Diese Unterlagen dienen eigentlich als Auflage für die Matratze in den Bettgestellen und stammen aus dem Jugendvollzug der JVA Herford.

Unzensiert sind sie eine Vielzahl von Momentaufnahmen von jungen Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren in Haft. Vom Gekritzel über sogenannte „Toilettensprüche“ bis hin zu politischen, teils verfassungsfeindlichen Parolen und Zeichen ist alles dabei. Ob in der Untersuchungshaft, ob in der Strafhaft, ob am Tage, am Abend oder in der Nacht, ob von Deutschen, von Ausländern, von Migranten alles, was wir hier sehen „zeichnet“ ein Bild von dem, was gerade im Kopf dieser Menschen war. Ungeschminkt und schonungslos ist diese kleine Ausstellung ein ungewohnter Einblick in die Gedankenwelt eines jugendlichen Inhaftierten.

Stefan Thünemann | JVA Herford

 

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