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Hilfe-Plattform für Betroffene von Straftaten

„Stumme Schreie“ – Tatort Kinderzimmer
12. November 2019

Von einer Straftat betroffen und geschädigt zu werden ist eine sehr belastende Situation. Zur Bewältigung der Tat und ihrer Folgen kommen Unsicherheiten hinzu: Was kann und sollte ich jetzt tun? Wo finde ich Hilfe? Wie geht es weiter? Um diese Fragen zu beantworten, hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz eine neue bundesweite Opferschutzplattform entwickelt. Hier findet man Informationen zu Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten, finanzielle Unterstützungsleistungen und der konkrete Ablauf von Strafverfahren. Über einen Beratungsstellen-Finder können Betroffene schnell Hilfsangebote in regionaler  Nähe mit telefonischer, Online- oder persönlicher Beratung finden.

Eine Straftat hinterlässt oft Spuren auf der Seele und kann starke Reaktionen und Gefühle hervorrufen. Dies kann der Fall sein, wenn Sie persönlich von einer Straftat betroffen sind – sei es von einem Einbruchsdiebstahl, von Stalking oder einer Gewalttat. Aber auch, wenn ein nahestehender Mensch bei einer Gewalttat verletzt wurde oder ums Leben kam, wenn Sie eine Gewalttat mit eigenen Augen gesehen haben oder als ErsthelferIn vor Ort waren. Betroffene reagieren unterschiedlich. Viele sind verunsichert, spüren Ängste, Traurigkeit oder Ruhelosigkeit oder leiden unter Schlafstörungen. Es kann auch vorkommen, dass Betroffene Bilder, Gerüche oder Geräusche, die sie während der Straftat wahrgenommen haben, wieder erleben – ohne dass sie das wollen oder kontrollieren können. Dies ist vor allem in den ersten Tagen und Wochen durchaus normal. In dieser Zeit verarbeiten Betroffene das Erlebte.

Schnelle unbürokratische Hilfe

Eine Straftat verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen oft nachhaltig. Was viele nicht wissen: Wenn sie in der Folge einer Gewalttat gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitten oder einen nahen Angehörigen verloren haben, können sie Entschädigungsleistungen beantragen. Geregelt ist das im Opferentschädigungsgesetz (OEG). Die Bundesjustizministerin Christine Lambrecht erklärt: „Wir dürfen Betroffene von Straftaten nicht alleine lassen. Wer Opfer einer Straftat wurde, braucht schnelle und unbürokratische Unterstützung. Es kommt darauf an, schnell die Stellen zu finden, die für Hilfe, Schutz und Unterstützung sorgen können. Wichtige Informationen und Unterstützungsangebote haben wir jetzt auf einer Internetseite gebündelt.“

Die Plattform stellt spezielle Informationen zum Beispiel für Betroffene von Gewalt im persönlichen Umfeld und sexualisierter Gewalt, für Betroffene von Straftaten im digitalen Raum oder für Betroffene von terroristischen Taten bereit. „Terroristische Taten richten sich gegen unsere offene und vielfältige Gesellschaft. Die Täter greifen die Opfer stellvertretend für all das an, was unsere Demokratie ausmacht. Deshalb ist die schnelle und umfassende Solidarität und Unterstützung des Staates so wichtig. Dafür sind klare und verständliche Informationen wichtig”,  so der Beauftragte der Bundesregierung für Terroropfer Prof. Dr. Edgar Franke. Mit einem Hilfe-Lotsen können NutzerInnen schnell und direkt die richtigen Unterstützungsangebote finden. In Video- und Audio-Interviews sowie illustrierten Erklärvideos werden verschiedene Hilfsangebote erläutert.

 

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