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Bediensteter fährt 24 Tonnen Hilfsgüter in die Ukraine

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Ein Bediensteter der JVA Herford nahm eine Herausforderung an, die sonst niemand spontan übernehmen würde. Auf sein Angebot bei der Ukrainehilfe des Vereines der Osthilfe mitzuwirken, bekam Siegfried Heerde die Antwort, es fehle ein LKW Fahrer. Der im Werkdienst arbeitende Schlossermeister fragt kurzerhand die Anstaltsleitung, ob er im Jugendvollzug für ein paar Tage entbehrlich sein könnte. „Siggi“, wie ihn die KollegInnen der JVA nennen, besitzt einen Führerschein für große Sattelzüge.

1500 Kilometer mit Sattelschlepper

Wer einen Lkw fährt, hat eine besondere Verantwortung auf den öffentlichen Straßen. Solch ein großer, schwerer Lastkraftwagen erfordert weitreichende Fähigkeiten. Bedingung war, dass Heerde alleine fahren muss. Für ihn stellte dies kein Problem dar. in Köln-Troisdorf übernahm er den Sattelzug mit 24 Tonnen Hilfsgütern für die Ukraine. Die Zugmaschine ist durch die Firma Mezger und der Sattelzug durch die Firma Colonia zur Verfügung gestellt worden. Über Frankfurt, Würzburg, Nürnberg, Passau, Linz, Wien und Budapest, ging die Reise auf 1500 Kilometer bis kurz vor der ukrainischen Grenze. Die Hilfsgüter sind dort auf kleine LKW´s mit 3,5t zuzüglich Anhänger zur Weiterfahrt umgeladen worden. Mit den kleinen Fahrzeugen ist man in der Ukraine flexibler bei Zwischenfällen.

Flüchtlinge mitgenommen

Anfang März hat Heerde bereits in Eigenregie mit einem Transporter Sachspenden nach Krakau gebracht. Von dort nahm er vier Flüchtlinge mit zurück. Zwei Wochen wohnten sie bei ihm in seinem Haus. Inzwischen sind die vier in Köln in einer Flüchtlingsaufnahmestelle. „Ich helfe gerne. Allerdings brauchte ich bei dem großen Transport etwas Zeit. Es war dann doch überraschend, so schnell gebraucht zu werden“, sagt Heerde nicht ohne Stolz. Diesel im Wert von über 1300 Euro benötigte der Bedienstete für den LKW. Finanziert wird dies mit Spendengeldern durch den gemeinnützigen Verein „Osthilfe“, in dessen Auftrag er fuhr. „Auf den Autobahnen brauchte ich als Hilfstransport keine Maut zahlen“, erzählt er. An der Rastanlage sind einige LKW Fahrer auf den Sattelschlepper aufmerksam geworden, weil hinten die Landumrisse und die Farben der Ukraine mit dem Titel „#Together We Care“ zu sehen sind. „Sie freuten sich alle über die Initiative“, sagt Heerde.

Osthilfe e.V.

Der Verein Osthilfe e.V. wurde 1994 im Ort Schlangen bei Detmold gegründet und widmet sich dem Sammeln und Befördern von Hilfsgütern in Länder des ehemaligen Ostblocks, wie Russland, Belarus, Ukraine, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Neben diesen Ländern konnten einige Transporte auch per Schiff nach Namibia, Nigeria und Georgien auf den Weg gebracht werden. Aktuell liegt ein Schwerpunkt der Arbeit der Osthilfe in der Unterstützung der Ukraine mit Hilfsgütern. Die Menschen in der Ukraine benötigen dringend Hilfe.

Unterstützung durch Geldspenden: Osthilfe e.V. Volksbank Schlangen IBAN: DE 77 4006 9283 0105 6401 00 BIC: GENODEM1SLN

Dabei geht ein Großteil der Lieferungen an Kirchengemeinden, anerkannte Hilfsorganisationen, Schulen und Krankenhäuser. Mit den Lieferungen der Hilfsgüter kann das Leben vieler Menschen direkt oder indirekt erleichtert werden. Neben der finanziellen Unterstützung sind Sachspenden aktuell sehr gefragt. Die aktuelle Bedarfsliste für die Ukraine findet man auf der Website der Gemeinde Himmighausen.

 

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