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Aus Politik und Zeitgeschichte – Gefängnis

Bilder zeichnen eigene Wirklichkeit, nie ganze Realität
1. November 2021
Aufruf für ein Buchprojekt der Gefängnisseelsorge
17. November 2021

Die Zeitschrift “Aus Politik und Zeitgeschichte” (APuZ) wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben. Darin enthalten sind wissenschaftlich fundierte Beiträge zu zeitgeschichtlichen und sozialwissenschaftlichen Themen sowie zu aktuellen politischen Fragen. Eine Ausgabe beschäftigt sich mit dem Themenkomplex “Gefängnis”. Das Gefängnis verkörpert wie keine andere Institution das staatliche Gewaltmo­nopol: Mit der Haft entzieht der Staat einem Bürger die Freiheit. In deutschen Gefängnissen sind rund 58 000 Menschen inhaftiert – ihre Vergehen reichen von nicht bezahlten Geldstrafen für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne Fahrschein oder Drogenbesitz über Steuerhinterziehung bis hin zu schweren Gewalttaten.

 Ausgabe „Gefängnis“

Maximilian Pollux: “Ich wollte mehr sein als diese Haftstrafe” →
Elisa Hoven/Thomas Galli: Sinn und Unsinn von Haftstrafen 
Jörg Kinzig: Vom Recht und seiner Realität. Strafvollzug in Deutschland 
Falk Bretschneider/Natalia Muchnik: Geschichte(n) des Gefängnisses. Lange galt die Strafhaft als “westliche” Erfindung der Aufklärung
Heather Ann Thompson: Gefängnisnation USA. Eine Geschichte der Macht 
Kirstin Drenkhahn: Alltag einer geschlossenen Gesellschaft
Jens Borchert/Maren Jütz/Diana Beyer: Wo, wenn nicht hier? Politische Bildung im (Jugend-) Strafvollzug 

Das komplette Heft 42-43/2021 können Sie kostenlos hier bestellen oder downloaden

Wie sich ihr Leben in geschlossener Gesellschaft im Zwangskon­text gestaltet, bleibt dem Blick der Öffentlichkeit entzogen. So sind es vor allem fiktive Erzähl- und Unterhaltungsformate, die verbreitete Vorstellungen vom Kosmos Gefängnis prägen, der gleichermaßen abschreckt wie fasziniert. In Deutschland fallen der Strafvollzug und mit ihm die rund 200 Justizvoll­zugsanstalten seit der Föderalismusreform 2006 in die Regelungskompetenz der Bundesländer. Den 16 Landesstrafvollzugsgesetzen gemeinsam ist das Ziel der sogenannten Resozialisierung: Die Gefangenen sollen dazu befähigt werden, künftig in sozialer Verantwortung zu leben, ohne erneut straffällig zu werden. Entsprechend soll der Vollzug so ausgestaltet sein, dass das Leben im Gefängnis den allgemeinen Lebensverhältnissen so weit wie möglich angeglichen ist, wäh­rend der Schutz der Allgemeinheit gewährleistet bleibt.

Wie gut Resozialisierung im Strafvollzug gelingt beziehungsweise gelingen kann, wird im Lichte von Rückfallstatistiken immer wieder kritisch diskutiert – bis hin zu Forderungen, Gefängnisse abzuschaffen. Im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit werden in diesen Debatten grundsätzliche rechtsstaat­liche Fragen verhandelt: Was soll, was kann und was darf der Staat mit der Verhängung einer Freiheitsstrafe leisten? Was bedeutet Menschenwürde im Strafvollzug? Was ist eine gerechte Strafe? Und warum strafen wir überhaupt?

Anne-Sophie Friedel | Aus Politik und Zeitgeschichte 

 

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