Der Kirchenraum der niedersächsischen JVA Meppen verwandelt sich in einen feierlichen Ort: Das gemeinsame Projekt der evangelischen und katholischen Gefängnisseelsorge wurde von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung als „Projekt des Monats August“ ausgezeichnet. Was im April 2024 mit drei Bienenstöcken und einem Imkerkurs für Inhaftierte im großen Begegnungsgarten begann, ist zu einer echten Erfolgsgeschichte gewachsen.

Gittergold aus der JVA
In knapp 3.000 Quadratmeter großen Gemeinschaftsgarten der JVA Meppen findet man dank des gemeinsamen Projekts der Gefängnisseelsorge und der BINGO Umweltstiftung drei Bienenstöcke. Im Zuge dessen werden Imkerkurse für Gefangene angeboten, so dass Honig geerntet werden kann. Dieses Projekt zeigt, wie Natur und sinnvolle Beschäftigung positive Veränderungen bewirken können. Mittlerweile summen weitere Völker im Garten der Sozialtherapeutischen Abteilung. Zweimal im Jahr wird fleißig Honig geerntet – das Ergebnis ist das köstliche „Gittergold“, dem Honig aus dem Knast. Eigentlich wurde schon seit über 10 Jahren der Grundstein für das nun ausgezeichnete Imkerei-Projekt gelegt. Denn damals wurde u.a. mit Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung auf dem Gelände der JVA Meppen der Begegnungsgarten angelegt, der durch seine naturnahe Bepflanzung und Gestaltung verschiedene Funktionen erfüllt: Er ist eine kleine Naturoase inmitten der Gefängnismauern, er ermöglicht Ruhe und Rückzug und fördert durch die Übernahme von Pflegeaufgaben das Verantwortungsbewusstsein der Gefangenen.
Auszeichung des Bienenprojektes
Aufgrund der blühenden und summenden Vielfalt in diesem Knastgarten lag die Idee nahe, den Inhaftierten mit eigenen Bienenstöcken eine sinnvolle und naturnahe Beschäftigung anzubieten. Daraus entwickelte die Gefängnisseelsorge in der JVA Meppen mit dem Imkerverein „Imme Bourtanger Moor e.V.“ das Projekt. Seit 2024 erlernen unter fachkundiger Anleitung des Imkermeisters Hermann Hüsers Inhaftierte und Bedienstete die Grundkenntnisse der Imkerei, wofür sie am Ende ein Zertifikat erhalten. Dieser Nachweis erlaubt es den Teilnehmern, eine eigene Imkerei zu betreiben und den selbst produzierten Honig zu verkaufen. Den Inhaftierten eröffnet diess eine Perspektive für die Zeit nach der Haft. Die Auszeichnung ist mit einer Prämie von 1.000 € dotiert, und würdigt Vorhaben mit beispielhaftem Charakter, die als Inspiration für Nachahmer dienen. Die Imkerei Krebber betreut das Projekt mit fachlicher Unterstützung mit.
Quelle: JVA Meppen






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In Nordrhein-Westfalen sollen rund drei Millionen „Knast-Bienen“ helfen, aus Kriminellen verantwortungsbewusstere Menschen zu machen. Das Imker-Projekt will über das Land hinaus bekannt werden. Konzentriert sitzt Mohamed mit Mundschutz und weißen Handschuhen vor dem großen Edelstahl-Behälter und verschraubt sorgfältig ein Glas mit bernsteinfarbenem Honig. Wegen Körperverletzung sitzt der 24-jährige Deutsche mit marokkanischen Wurzeln seit Mai 2018 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Remscheid im Bergischen Land ein.
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