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Gott im Pott und am Knast: Dortmunds Wandbilder

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Der 37. deutsche evangelische Kirchentag 2019 in Dortmund ist Geschichte – er hat jedoch zumindest in der Justizvollzugsanstalt Dortmund Bleibendes hinterlassen: der italienische Künstler Vesod gestaltete während des Kirchentages ein überdimensionales Wandbild an der Außenwand des Gefängnisses. Vesod ist in der Kunstwelt kein Unbekannter. Der 1981 in Turin geborene Künstler kreiert überwiegend Graffitis, denen er eine ganz eigene, unverkennbare Sprache verleiht, die von Raum und Zeit, Leben und Tod handelt und immer wieder religiöse Motive einbezieht.

Für die großflächige Gestaltung einer bisher eher monotonen, weißen Wand an einer Dortmunder Haupteinfallstraße hat er sich mit Michelangelo Merisi da Caravaggios „ungläubigem Thomas“ auseinandergesetzt. Vesod selbst sagt zu seinem Werk:

„Ich habe mir den Moment vorgestellt, in dem der Heilige Thomas Christus berührt und in dem der Heilige versteht, was Glaube ist. Thomas begibt sich in diesem Moment von einer materiellen auf eine spirituelle Ebene, von einem dunklen Raum zum Himmel. Exakt diesen Moment möchte ich mit meinem Bild wiedergeben.“

Vesod wurde 1981 in Turin geboren. Er lebt und arbeitet in Venaria Reale. Seine künstlerische Attitude wird seit seiner Jugend gefördert und beeinflusst von Dovilio Brero, einem surrealistischen Maler und sein Vater: So ist es kaum verwunderlich, dass er seit Anfang der Neunziger Jahre ein Interesse für Graffitis entwickelte. Dank Künstlerpartnerschaften und -kontakte, die Vesod in der Jugend schloss, schlug er seinen beruflichen Weg ein. Seit zehn Jahren ist er auf der Suche nach seinem eigenen Stil, bei dem Graffiti die Hauptrolle spielt.

Anspruchsvolle Kost? Mitnichten: das Ergebnis ist ein faszinierendes, zu Diskussionen anregendes Kunstwerk, das – so die Rückmeldung der zahlreichen Besucher – einen bleibenden Eindruck hinterlässt und schon jetzt Begeisterungsrufe hervorgelockt hat. Das Werk stellt einen echten Blickfang dar – für die Anstalt ebenso wie für alle Menschen, die das an einer Haupteinfallstraße Dortmunds gelegene Kunstwerk bestaunen können.

Doch nicht nur internationale, sondern auch westfälische Kunst ist ab sofort an den Mauern der Anstalt zu bestaunen. Noah Kauertz und Oliver Hollatz haben sich parallel zu dem Vesod-Kunstwerk und nicht minder opulent mit einem Wandbild auf einer weiteren Außenwand der JVA verewigt.

Ralf Bothge | Justiz Online NRW

 

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