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Umgang mit Eulen und Greifvögeln zum Erlernen von Achtsamkeit

22. Juli 2026

Der Falkner Michael Kasperski unterstützt mit seinem gefiederten Team die Arbeit mit psychisch-erkranken Inhaftierten.

Es ist seltsam ruhig in den Räumen der Psychiatrisch intensivierte Behandlung, kurz PiB, der  Ergotherapie in dee JVA Schwerte. Die Tische sind verwaist und das Licht ist gedämpft. Nur ab und zu klingen ungewöhnliche Geräusche durch den Raum, ein Flügelschlagen hier, dann der Ruf einer kräftigen Vogelstimme. Das hat einen guten Grund.

Vertieftes Erlernen von Achtsamkeit

Heute sind Eulen und Greifvögel zu Gast in der PiB/Ergotherapie. Mitgebracht hat sie wie jeden Donnerstag seit April 2026 Falkner Michael Kasperski. Für 1 ½ Stunden übernehmen die Gefangenen die Rolle des Falkners. Auf ihren behandschuhten Händen sitzen ihre großen und kleinen gefiederten Partner, denen sie mit dem nötigen Respekt begegnen, aber auch schon längst mehr oder weniger in ihr Herz geschlossen haben. Im Rahmen des tagesklinischen Settings der PiB/Ergotherapie dient die tiergestützte Aktivität zur emotionalen Stabilisierung der Teilnehmer. Der wiederholte Umgang mit den Vögeln erlaubt das vertiefte Erlernen von Achtsamkeit, führt zu einer Steigerung des Selbstwertgefühls, stärkt das Verantwortungsbewusstsein und führt zu einer Verbesserung des subjektiven Wohlbefindens. Psychische und physische Heilungsprozesse werden so aktiv unterstützt.


Tiere gegenüber Menschen tolerant

Möglich ist das nur, weil Falkner Michael Kasperski und sein Team von „Eulenbann und Federspiel“ von Anfang an das Ziel verfolgten, möglichst vielen Menschen ein Miterleben des Abenteuers Falknerei zu ermöglichen. Ihr Engagement zielt dabei auf Umweltpädagogik, tiergestützte Aktivitäten und eben auf tiergestützte Therapie. Entsprechend wurden ihre Vögel trainiert Menschen gegenüber sehr aufgeschlossen und tolerant zu sein, ohne dabei ihr eigentliches Wesen aufgeben zu müssen. Und das merkt man auch an diesem Morgen in der PiB/Ergotherapie: Geduldig tolerieren sie die kleinen Unsicherheiten ihrer „Teilzeitfalkner“ und tragen so aktiv zu deren Heilungsprozess bei. Die Zeit vergeht derweil wie im Fluge und so heißt es für heute Abschied nehmen. Nun beginnt das Warten, bis sie ihre gefiederten Partner in einer Woche endlich wiedersehen können.

Thomas Cieszynski | JVA Schwerte

 

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