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Stiftung Epafras besucht niederländische Inhaftierte weltweit

19. Juni 2026

Die Stiftung epafras besucht auf Wunsch niederländische Häftlinge im Ausland. Dabei wird eng mit den niederländischen Konsulaten zusammengearbeitet. In Deutschland kooperiert die Stiftung zusammen mit den Organisationen der evangelischen und katholischen Gefängnisseelsorge. Die Seelsorge versteht sich nicht in Konkurrenz, sondern als Ergänzung zur örtlichen Gefängnisseelsorge.

epafras ist eine Stiftung, die in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Auswärtigen Amt seit 1984 Seelsorge an niederländische Häftlinge im Ausland anbietet. Diese Seelsorge wird teilweise durch ehrenamtliche Kräfte, die in den Ländern wohnen, verrichtet und teilweise auch durch ehrenamtliche Seelsorger, die ins Ausland reisen und niederländische Häftlinge besuchen. Diese Besuche geschehen nicht ohne Bitte der Häftlinge. Die Häftlinge haben bei einem Besuch vom einem Mitarbeiter des niederländischen Konsulates angegeben, dass sie gerne Besuch von einem niederländischen Seelsorger empfangen möchten.

Freund von Paulus: Epaphras

Manche Inhaftierte finden es sinnvoll, einen Seelsorger zu sprechen, der die eigene Sprache spricht und die Umstände im Land der Herkunft kennt. Das gibt noch mal eine andere Nähe. Auch kann epafras den Gefangenen zum Beispiel eine niederländische Bibel oder andere religiöse Literatur zuschicken. Auch wenn die meisten Freiwilligen einen christlichen Hintergrund haben, unterstützt epafras ausdrücklich Menschen mit unterschiedlichen religiösen Hintergründen. Das niederländische Konsulat regelt im direkten Kontakt mit der Anstalt den Besuch. In der christlichen Tradition ist der Besuch von Häftlingen ein Werk der Barmherzigkeit. Der Name epafras stammt aus der Bibel: Epaphras war ein Freund des Apostels Paulus, der ihn im Gefängnis besuchte. Der Freund war der Mitbegründer der Gemeinde in Kolossä. Die meisten der rund 90 niederländischen Seelsorger wohnen und arbeiten in den Ländern, in denen Niederländer inhaftiert sind. Einige wenige besuchen Häftlinge von den Niederlanden aus.

Ergänzung zur Betreuung

Die Religionsfreiheit gehört zu einer guten Häftlingshilfe. Die niederländische Regierung sieht die Arbeit als Teil des konsularischen Beistands für Niederländer in ausländischen Gefängnissen und unterstützt diese finanziell. Die Stiftung begrüßt die verschiedenen Formen von Gefängnisseelsorge weltweit. Niederländische Gefangene nehmen an Gottesdiensten oder Gebetsversammlungen teil und schätzen die seelsorgerische Betreuung. Ein Gespräch oder ein Gebet in der eigenen Sprache und die Vertrautheit der niederländischen Kultur erfahren die meisten als eine wichtige Ergänzung zur Betreuung. Die MitarbeiterInnen urteilen nicht, sondern reflektieren. In Zusammenarbeit mit Reclassering.nl (Resozialisierung) und zwei Rechtsanwaltskanzleien sendet die Stiftung viermal pro Jahr die Zeitschrift Comeback an niederländischen Häftlinge im Ausland.

Ansprechpartner

Ansprechpartner ist Jan-Gerd Heetderks. Er ist emeritierter Pfarrer der Evangelischen Kirche in den Niederlanden. Bis 2024 hat er als Leiter der evangelischen und orthodoxen Gefängnisseelsorge in den Niederlanden gearbeitet. Mit dem Leiter der römisch-katholischen Gefängnisseelsorge Prof. Dr. Ryan van Eijk, der ehrenamtlich im Vorstand der Stiftung epafras tätig ist, gibt es eine Kooperation. Die niederländischen Seelsorger von außen halten sich an die geltenden Sicherheitsbestimmungen. Für sie gilt ebenso das seelsorgerliche Berufsgeheimnis. Als Stiftung kennen sie das Verhältnis der Seelsorge zur Rechtsstaatlichkeit.

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