Die Arbeitsgemeinschaft International der Katholischen Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V. hat einen neuen Sprecher: Dario Martic. Er arbeitet als Gefängnisseelsorger in der Jugendanstalt (JA) Hameln. Die Arbeitsgemeinschaft traf sich in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hamm zu Besprechungen und für den Abschied von Doris Schäfer, die diesen ehrenamtlichen Dienst jahrelang inne hatte.

Die Arbeitsgemeinschaft International vor der Justizvollzugsanstalt Hamm: (v.l.n.r) Dario Martic (JA Hameln), Heinz-Bernd-Wolters (JVA Meppen), Jürgen Wiesner (JVA Hamm und Justizvollzugskrankenhaus – JVK Fröndenberg), Michael King (JVA Herford) und Doris Schäfer (JVA Würzburg).
Doris Schäfer ist seit 15 Jahren in der JVA Würzburg tätig. Fast genauso lang arbeitet sie für die internationale Kooperation für den bundesweiten Verein von GefängnisseelsorgerInnen. Sie spricht fließend italienisch und hat durch die Gemeinschaft Sant’ Egidio gute Kontakte. Mit der Arbeitsgemeinschaft knüpfte die Gefängnisseelsorgerin Kontakte nach Rom, Litauen, Schweden und anderen europäischen Ländern. In Panama war sie beim internationalen Treffen des ICCPPC mit dabei. Die International Commission of Catholic Prison Pastoral Care ist keine leichte Aufgabe. Schwierig sind Vernetzungen zu realisieren sowie als Frau international in der römisch-katholischen Kirche Geltung zu finden. Schäfer ließ sich nicht unterkriegen. Im „Heiligen Jahr“ 2025 überreicht sie Papst Leo XIV ein Hoffnungsbuch von inhaftierten Menschen in Deutschland.
Bosnische Wurzeln
Beim Treffen der Arbeitsgemeinschaft International in der Justizvollzugsanstalt Hamm wird Schäfer verabschiedet. Die letzte Sitzung als Sprecherin absolviert sie mit Demut und Humor. „Diesen Dienst muss ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin nicht so machen, wie ich es gemacht habe“, sagt sie und lacht verschmitzt. Bei der Studientagung in Paderborn 2026 wird sie mit dem belgischen Gast noch dabei sein. „Danach bin ich im Ruhestand…“, sagt sie, wäre aber bereit, für weitere Entwicklungen in Bezug auf Rom zu unterstützen. Der Nachfolger als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft International wird Dario Martic sein. Er ist in Bosnien-Herzegowina geboren, lebte in Kroatien und seit 6 Jahren in Deutschland. Im Erzbistum Paderborn absolvierte er seine Pastoralreferenten-Ausbildung. Vier Jahre verbrachte er im sogenannten „Knabenseminar“ – einer Form des kirchlichen Internats, das als Vorstufe zum Priesterseminar verstanden wird – und legte parallel dazu am Gymnasium in Travnik sein Abitur ab. Daran anschließend folgte in Sarajevo ein fünfjähriges philosophisch-theologisches Studium. Neben Philosophie und Theologie interessiere er sich für Psychologie und neurowissenschaftliche Konzepte. Seit zwei Jahren ist er in der Jugendanstalt Hameln als pastoraler Mitarbeiter des Bistum Hildesheim tätig.
Internationale Vernetzung
Die Arbeitsgemeinschaft International hat zur Zeit acht MitgliederInnen. Viele davon haben Erfahrungen in anderen Ländern gesammelt. „Man kann von einander lernen“, sagt Heinz-Bernd Wolters, der die Arbeitsgemeinschaft vor vielen Jahren anregte und gründete. Er war 12 Jahre Vorsitzender der Katholischen Gefängnisseelsorge in Deutschland und kennt sich gut aus. Vor allem in die Niederlande pflegt er regelmäßig Kontakt. So vermittelte er kürzlich einen Besuch einer Delegation von Gefängnisseelsorgenden aus Deutschland in das Nachbarland. Dario Martic wird als Sprecher die internationalen Kontakte weiter koordinieren. Denn eine internationale Vernetzung ist wichtig und notwendig, um von den eigenen Mauern hinaus den Horizont im Blick zu behalten und seine eigene Praxis kritisch zu reflektieren.
Michael King





