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Trotz allem bleibt die Sehnsucht nach einem Licht

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Für die Gefangenen und ihre Familien ist der Advent und die anstehende Vorweihnachtszeit eine schlimme Periode. Die Trennung von Vater und Kind ist besonders schmerzhaft. Gefängnisseelsorger versuchen zu begleiten: einerseits indem sie in Angebote von Gottesdiensten, Musik und Gesprächsgruppen intensivieren, anderseits versuchen sie mit der hoffnungsvollen Botschaft der Geburt Jesu eine Brücke zwischen Angehörigen und Inhaftierten zu schlagen.

Der Brückenschlag gelingt in der JVA Hünfeld mit der Aktion „Nikolausgrüße aus dem Knast“ und dem musikalischen Highlight eines Gospelchores. Der Chor unter der musikalischen Leitung der gebürtigen Lettin Raili Orrava, hat sich vor Monaten bereit erklärt ein Programm in der Advent-Vorweihnachtszeit mit Gospeltiteln in der Justizvollzugsanstalt in Hünfeld anzubieten. Der leitende Regierungsdirektor Lars Streiberger zeigte sich als Anstaltsleiter in einem Interview mit dem hr fernsehen erfreut über die Aktivitäten.

Die Organisation der musikalischen Feier, die mitfinanziert wurde von der Arbeitsgemeinschaft für Straffälligen-, Gefangenen- und Haftentlassenenhilfe in Fulda (AG Haft), hatten die beiden Gefängnisseelsorger Meins Coetsier und Andreas Leipold mit den ehrenamtlichen Musikern, Addi Haas und Tilo Zschorn, übernommen. Der Sicherheitsdienstleiter Uwe Möchel und das Engagement der Justizvollzugsbeamten sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.

Die Gefangenen waren angetan von der lebendigen Gospelmusik und klatschten und tanzten bis zum Ende mit. Vor allem der Gospel-Song „O Happy Day“ von 1969 brachte die Inhaftierten minutenlang in Schwung. Es wurde ebenso eine besinnliche Weihnachtsgeschichte vorgelesen und ein Gefangener begeisterte mit einem Lied von Johnny Cash, das für viel Freude sorgte. Der Chor verabschiedete sich und dankte den Inhaftierten für ihre Begeisterung. Zum Abschluss sprachen die beiden Seelsorger einen Irischen Segen.

Die Redakteurin der Funkredaktion des Bistums Fulda, Eva Rudolf, interviewte über die Aktion „Nikolausgrüße aus dem Knast“ einige Häftlinge und fragte sie, was diese Zeit vor dem Fest Weihnachten für sie bedeutet. Bald bekommen die Familien Grüße von den Vätern in der JVA Hünfeld zugesandt, die für ihre Kinder Geschichten auf CD aufgenommen haben. „Auch wenn die Tage im Gefängnis schwer sind,“ betont Diakon Coetsier, „die Sehnsucht nach Licht und Menschlichkeit bleibt und das ist das Wichtigste – nicht nur in der Advent- und Vorweihnachtszeit.“

Meins Coetsier | JVA Hünfeld

 

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