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Roboter als Bediensteter im Gefängnis

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Während deutsche Haftanstalten mit Überbelegung und Fluchtereignissen zu kämpfen haben, gehen andere Länder im Strafvollzug neue Wege. Verurteilte Mörder und Vergewaltiger liegen in Norwegen bei gutem Wetter auf der Veranda und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Jedenfalls im wohl liberalsten Knast der Welt, der Gefängnisinsel Bastøy.

Dort gibt es weder Zäune noch Mauern, keine Gitter und verschlossene Türen. Das Konzept heißt Selbstkontrolle: Die 100 Straftäter leben in einer Dorfgemeinschaft, bauen Kartoffeln an und kümmern sich um ein paar Milchkühe. Was wie Urlaub klingt, loben manche Strafrechtsexperten allen Ernstes als vorbildliches Modell.

Denn in Norwegen werden nur 25 Prozent der Inhaftierten nach ihrer Entlassung rückfällig. In Deutschland funktioniert die Resozialisierung weniger gut, die Rückfallquote liegt doppelt so hoch. Mitarbeiter von Vollzugsanstalten berichten von zahlreichen Problemen: Spektakuläre Ausbrüche beherrschen immer wieder die Schlagzeilen, viele Gefängnisse sind überbelegt. Der Verband der Strafvollzugsbediensteten beklagt: „Es gibt kein Bundesland, das ausreichend mit Personal bestückt ist.“ Ein Blick in andere Länder zeigt, wie Haft in Zukunft aussehen könnte.

Architektur eines Gefängnisses ist wichtig

Fachleute halten die Architektur für einen wichtigen Faktor. Viele deutsche Anstalten sind Altbauten aus dem 19. Jahrhundert. In Österreich entschloss man sich vor mehr als zehn Jahren zum ersten Gefängnisneubau seit den 1970er-Jahren. Zunächst gab es viel Kritik an dem „Design-Gefängnis“: Zu schick sei es und zu teuer. Mittlerweile preisen Vertreter anderer Gefängnisse den Vorbildcharakter. Lichtdurchflutete Hallen und Flure sorgen für eine angenehme Atmosphäre, schalldämpfende Böden und Wände für Stille. Das wirke sich nicht nur positiv auf die Psyche der Häftlinge, sondern auch die der Bediensteten aus, heißt es – „jeder Mitarbeiter ist ja länger im Gefängnis als die Gefangenen“. Allerdings können neue Knäste ebenso kalt und unmenschlich  wirken.

In Südkorea gibt es Roboter im Knast

Derart futuristische Zustände wie in manchen anderen Ländern sind im deutschen Strafvollzug indes undenkbar. Besonders fortschrittlich geht es in Südkorea zu. Dort helfen Roboter den Bediensteten. Anderthalb Meter hoch und 70 Kilo schwer, patrouillieren die Maschinen durch die Gänge und kontrollieren Gefangene mithilfe von Sensoren, Kameras und Mikrofonen. Die weckten zunächst Ängste vor einer Alleinherrschaft der Technik. „Diese Roboter sind keine Terminatoren“, versicherte der Chefentwickler vor der ersten Testphase. Deshalb habe man ihnen ein menschliches und freundliches Äußeres gegeben.

Keine Kurzstrafen mehr in Frankreich

In Frankreich hat Präsident Macron gerade eine Reform des Strafvollzugs angekündigt. Jährlich werden dort 100 000 Kurzstrafen von weniger als sechs Monaten verhängt. Diese Verurteilten möchte Macron nun nicht mehr im Gefängnis sehen. Sie sollen mit elektronischen Fußfesseln unter Hausarrest gestellt werden.

Jonas Erlenkämper | Harz Kurier

 

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