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Fusswaschung in einer Haftanstalt

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Papst Franziskus hat mit einer Fußwaschung in einer Haftanstalt bei Rom den Gründonnerstagsgottesdienst gefeiert. Mit der Messe im Vortragssaal der Justizvollzugsanstalt Velletri eröffnete er die Osterfeierlichkeiten im Vatikan. Dabei rief der Papst dazu auf, sich in den Dienst anderer zu stellen: “Jeder von uns muss Diener des anderen sein”, sagte er in seiner frei gehaltenen Predigt. Die Regel Jesu laute: “dienen statt zu dominieren, andere zu verletzen oder zu demütigen”.

Nach der Predigt kniete Franziskus vor den zwölf Häftlingen nieder, die aus Italien, Marokko, Brasilien und der Elfenbeinküste stammten. Die Fußwaschung greift eine Demutsgeste Jesu gegenüber seinen Jüngern auf. In einer eindringlichen Geste wusch er ihnen jeweils den rechten Fuß und küsste diesen. Das Gefängnis von Velletri, rund 40 Kilometer südöstlich von Rom, zählt laut Vatikan derzeit 577 Insassen, der Ausländeranteil liegt bei 60 Prozent.

Fusswaschung 2017

Priester rief Franziskus in seiner Predigt auf, sich an ihre Aufgabe des Dienstes für andere zu erinnern: “Der Bischof ist nicht der wichtigste. Er muss der sein, der am meisten dient”, so Franziskus. An dem Gottesdienst nahmen Häftlinge wie Personal teil. Der Papst feierte die Gründonnerstagsmesse zum fünften Mal in einem Gefängnis. Vergangenes Jahr feierte Franziskus die Gründonnerstagsmesse im römischen Stadtgefängnis Regina Coeli; auch in anderen Jahren besuchte er Haftanstalten. 2014 feierte er die Messe hingegen in einem Therapiezentrum, 2016 in einem Flüchtlingsheim.

Vor Franziskus feierten die Päpste den Abendmahlsgottesdienst in der Regel in ihrer Bischofskirche, der Lateranbasilika, wo sie zwölf Priestern die Füße wuschen. Die Messe am Gründonnerstag eröffnet die katholischen Feierlichkeiten zum Gedenken an Leiden, Sterben und Auferstehung Jesu. Sie bildet damit den Auftakt zu Ostern, dem wichtigsten Fest des Christentums.

domradio.de

 

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