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Gedenken an Gefängnispfarrer Eugen Kutzka (1937-2021)

Knastprediger aus der JVA Frankenthal geht online
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Gefängnisseelsorge im Gebiet des Erzbistums Paderborn
15. Mai 2021

In der Kirche in der Justizvollzugsanstalt Hünfeld ist ein ökumenischer Gedenkgottesdienst für den am 3. März 2021 verstorbenen Gefängnispfarrer Eugen Kutzka gefeiert worden. Er war von August 2009 bis Mai 2016 in der Seelsorge der hessischen Justizvollzugsanstalt Hünfeld tätig. Leidenschaftlich hat er in der Gefängnisseelsorge mitgearbeitet. Als einfühlsam ist er sowohl bei den Gefangenen als auch bei den Bediensteten wahrgenommen worden. Durch sein großes Engagement und vielerlei Tätigkeiten außerhalb des Gefängnisses war er bekannt. In Dankbarkeit seines treuen Dienstes in der Gefängnisseelsorge wird an ihn erinnert.

Gefängnisseelsorger Heinrich Schöning, Franz Hilfenhaus und Meins Coetsier, Anstaltsleiter Lars Streiberger, Weihbischof Dietz, verstorbener Gefängnispfarrer Eugen Kutzka, Dechant Markus Blümel (von links). Archivfoto 2018: Zimmermann.

In seiner Ansprache erzählt Pfarrer Franz Hilfenhaus mit warmen Worten von seinem Vorgänger, der ihn zu seiner Tätigkeit hinter Gittern ermutigt hatte. Diakon Dr. Meins Coetsier vertonte während des Gottesdienstes ein Lied für den 1937 in Chorzów in Oberschlesien geborenen Pfarrer, der manches Herz der Gefangenen für die Barmherzigkeit Gottes erreicht hatte. Der evangelische Pfarrer Dr. Andreas Leipold erwähnte in seiner Reflektion über das Evangelium vom verstorbenen Lazarus, dass Jesus – Gott – selbst vor Trauer geweint hat, als er vom Tod des Freundes erfuhr.

Engagierter Zuhörer

Auch der ehemalige Gefängnisseelsorger Heinrich Schöning, der wegen der strikten Corona-Beschränkungen nicht dabei sein konnte, sagte am Telefon, dass er sich an Pfarrer Kutzka als einen sehr engagierten Zuhörer erinnert, der den Menschen sehr nahe war und gerne von seinen persönlichen Abenteuern und Aufenthalten in Ländern wie Frankreich, Polen, der Tschechischen Republik, Irland, der Türkei und dem Heiligen Land erzählte. Die Priesterweihe empfing Eugen Kutzka am 6. April 1963 nach philosophisch-theologischen sowie klassisch-philologischen und romanistischen Studien in Fulda, Freiburg und Besançon (Frankreich) im Fuldaer Dom durch Bischof Dr. Adolf Bolte. Das Abitur hatte er nach Flucht und Vertreibung 1957 am Fuldaer Domgymnasium abgelegt.

Geistlicher Rat

Kutzka war zunächst als Kaplan in Kirchhain-Anzefahr tätig und wurde 1966 Religionslehrer an der Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld. 1970 erfolgte die Ernennung zum Studienrat, 1973 die zum Oberstudienrat im Kirchendienst. Von 1984 bis zu seiner Entpflichtung vom Schuldienst im Sommer 1999 wirkte dann er an der Wigbertschule. Darüber hinaus war er als Dekanatsjugendseelsorger und Heimseelsorger im Kreisaltenheim St. Ulrich tätig. 1999 wurde Kutzka zur Mitarbeit im Referat Schülerseelsorge innerhalb der Abteilung Seelsorge des Bischöflichen Generalvikariats Fulda beauftragt. Von 2009 bis 2016 wirkte er in der Seelsorge der der Justizvollzugsanstalt Hünfeld mit. Bischof Algermissen ernannte ihn im Januar 2010 zum Geistlichen Rat

Pfarrer Hilfenhaus betonte mit einem Lächeln: „Es hat tatsächlich manchmal eine Stunde von der Gefängnispforte bis zum Auto gedauert, weil der Eugen so lebendig, erzählfreudig und sprachsam war. Er hat uns immer viele Geschichten und Erlebnisse zu erzählen gehabt.“ Nach dem Segen war vom starken Lichteinfall durch die Sonne draußen, das Farbenspektrum eines Regenbogens auf dem Kirchenboden zu sehen: ein kleines Zeichen und Augenzwinkern vom Himmel.

 

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