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Bomben-Evakuierung in Dortmund. Die JVA ist betroffen

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In Dortmund werden am 15. August rund 8000 Menschen wegen einer Bombenentschärfung ihre Wohnungen verlassen müssen. Die Justizvollzugsanstalt Dortmund ist ebenfalls betroffen. 300 Gefangene werden bzw. sind bereits evakuiert. Für die Zeit der Bombenentschärfung müssen die Dortmunder Inhaftierten in den Anstalten der Umgebung untergebracht werden. Die JVA Werl gehört dazu, sagt Sprecherin Verona Voigt. „Wir haben Vorbereitungsmaßnahmen getroffen.“ So wurden bereits Tage vorher Inhaftierte verlegt. Ein Weltkriegsbomben-Verdacht an einer der Hauptkreuzungen mitten in der Innenstadt ist der Grund. In einem Radius von 500 Metern müssen fast 4600 Haushalte zuzüglich Hotels und einem Altenheim ihre Bleibe verlassen

Die Justizvollzugsanstalt Dortmund.

In der Westfalenmetropole gibt es einen Blindgängerverdachtspunkt am Schwanenwall, mitten in der Dortmunder Innenstadt. Die Stadt plant für Sonntag die Großevakuierung. Sicherheitsrelevante Aspekte machen es für die JVA nötig, dass die Maßnahmen trotz vorhandener Evakuierungspläne – wie beispielsweise bei einem Brand – nicht so schnell vonstatten gehen können.

Fahrende Gefängnisse

Mit dem Gefangenentransport-Omnibus und kleinen Gefangentransportwagen (GTW) gehen die Gefangenen gezwungenermaßen auf die Reise. Die Fahrzeuge sind „fahrende Gefängnisse“ mit entsprechenden Sicherungsmaßnahmen. Nachdem aus der JVA Münster wegen schwerer baulicher Schäden Häftlinge auf andere Anstalten verteilt werden mussten, kam ein Großteil in die JVA Werl. Unter anderem ist dort das Pädagogische Zentrum im Haus 2 frei. Hierhin werden in diesem Fall die meisten Inhaftierten gebracht. Das Haus wurde im Mai als Quarantänestation genutzt, als in der JVA Werl 40 Inhaftierte positiv auf Corona getestet wurden.

An einem sicheren Ort

„Man evakuiert nicht so häufig einen Knast“, sagt Anstaltsleiter Ralf Bothge. „Das ist eine große Herausforderung“, fügt er an. Rund 300 erwachsene männliche Gefangene sitzen in der JVA Dortmund ein. Aufgrund der Corona Situation sind es etwa 140 Menschen weniger. Für die Gefangenen ist dieser Kurzumzug nicht sonderlich erfreulich. Müssen sie alles da lassen und sie wissen nicht, was sie in der anderen Anstalt erwartet. Ein Fernsehgerät, Wasserkocher oder liebgewonnen Gegenständen dürfen sie nicht mitnehmen. Ganz zu schweigen von fehlenden Aktivitäten wie Sport oder Freizeitmaßnahmen. Dies wird es in anderen Anstalten für die Untergebrachten kaum geben. “Sie müssen an einem gesicherten Ort sein, an dem sie gegebenenfalls über Nacht bleiben können”, sagt der Anstaltsleiter Ralf Botghe. Lange werden die Häftlinge allerdings nicht in anderen Justizvollzugsanstalten bleiben müssen. Nach der kontrollierten Sprengung des 250 kg schweren und beschädigten Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg geht es in Etappen zurück in die JVA Dortmund.

 

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