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Vater-Kind-Tag: Zu Besuch bei Papa hinter Gittern

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Geschminktes „Knast-Tattoo“ mit dem Symbol der Gitarre beim Familientag im Knast.

Am Wochenende konnten in der Justizvollzugsanstalt im hessischen Hünfeld inhaftierte Väter Zeit mit ihren Kind(ern) und Partnerin oder Freundin verbringen. An diesem Vater-Kind-Tag wurde gebastelt, auf Hüpfburgen gesprungen, gespielt und vor allem viel mit Papa gekuschelt – bunte und emotionale Momente an einem besonderen und oft grauen Ort. Das ‚normale‘ Familienleben endet vor den Türen und Mauern der JVA: Geht der Vater ins Gefängnis leiden auch die Mutter und die Kinder.

Die JVA Hünfeld, mit ihrem Anstaltsleiter Herrn Leitenden Regierungsdirektor Lars Streiberger, versucht den Strafvollzug mit den Fachdiensten und den Seelsorgern familienorientierter zu gestalten. Der katholische Gefängnisseelsorger, Diakon Dr. Meins Coetsier, der seit kurzem regelmäßig mit seinen Kollegen Pfarrer Franz Hilfenhaus und der Sozialarbeiterin Cornelia Liese, Andachten für Väter in Haft in der JVA-Kirche anbietet, betont: „Vatersein hört nicht am Gefängnistor auf. Ein Vater-Kind Tag wie dieser, gibt den inhaftierten Vätern das Gefühl von Familienleben und Vatersein für einen Moment zurück.“

Matthias Kopp, Oridiu Gorga, Mira Druschel, Julia Druschel (Gründerin) und Bernd Druschel.

Für das Vater-Kind Projekt wurde das internationale christliche (Kinder-)Hilfswerk “Das kunterbunte Kinderzelt“ engagiert, um die Kinder und Familien mit kreativem Spiel- und Spaßangebot persönlich und individuell zu erfreuen, u.a. wird mit Play-Mais gebastelt und Popcorn selbst gemacht. Morgens um 10 Uhr klopfen die ersten Mütter mit ihren Kleinen bei der JVA an, um pünktlich zum Familientag hinter Gittern zu sein. So wie alle anderen Besucher müssen sie ihre Ausweise an der Pforte abgeben und sie dürfen keine Geschenke oder Gegenstände mitbringen. Der Sozialdienst zusammen mit der Besuchsabteilung der JVA haben über Monate hinweg den Tag professionell und kreativ vorbereitet. Für Kaffee und Getränke, Schokoladen-Berliner und Brötchen mit Bratwurst ist gesorgt. Gemeinsam mit ihren Vätern rennen und springen die Kinder durch die Sporthalle und auf dem Sportplatz, der mit viel sportlichen Attributen zum spielen einlädt, liebevoll von der Sportabteilung vorbereitet. Für manche Kinder zählt einfach nur der Moment vom Wiedersehen, von Papas Nähe und von seinen starken Armen durch die Luft gewirbelt zu werden. Ein weiteres Angebot besteht im Kinderschminken, das rege genutzt wird.

Im Gespräch erzählt Julia Druschel, Gründerin des Projektes „Das kunterbunte Kinderzelt“, mit Leidenschaft wie sie gemeinsam mit ihrem Team versucht, mit jeder Spende und bei jedem Einsatz Freude zu bereiten und damit gleichzeitig der Not der Menschen in verschiedenen Ländern zu begegnen (z.B. in Rumänien, Tschechien, oder Bulgarien). Durch ihren Einsatz am Wochenende für die Inhaftierten in der JVA Hünfeld kann z.B. das Patenkindprojekt „Schmetterling“ in Rumänien, bei dem nach besseren Lebensperspektiven für Straßenkinder gesucht wird, finanziert werden. So ist an diesem Tag die Freude doppelt und dreifach groß.

Justizvollzugsanstalt Hünfeld

 

 

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