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Anstoß für neues Leben – Schalke 04

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Olaf Thon und Martin Max haben die JVA Herford besucht. Im Rahmen der Initiative „Anstoß für ein neues Leben“ der Sepp-Herberger-Stiftung trainieren immer wieder bekannte Persönlichkeiten aus dem Fußballsport regelmäßig mit jugendlichen Strafgefangenen, unterhalten sich mit ihnen und sprechen den Inhaftierten Mut für ihren zukünftigen Lebensweg zu. Der Besuch von Thon und Max im Jugendvollzug basiert auf einer langjährigen Patenschaft des FC Schalke 04 mit der JVA Herford.

Olaf Thon ist ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer. Er spielte als Profi für den FC Schalke 04 und den FC Bayern. Martin Max ist in Tarnowskie Góry in Polen geboren und ebenfalls ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. In seiner Karriere wurde er UEF-Pokalsieger und zweimal Torschützenkönig in der Bundesliga.

SCHALKE HILFT!

“Es ist für uns eine Ehre, dass wir hier sein dürfen“, sagte Olaf Thon bei seiner Begrüßung zu den Häftlingen. „Als ich selbst noch jung war, habe ich auch manchmal Mist gebaut. Aber ich hatte das Glück und bin auch dank meines Umfelds nicht auf die schiefe Bahn zu geraten. Ich weiß, wie schnell das gehen kann. Jeder hat deshalb eine zweite Chance verdient, aber die solltet ihr dann auch nutzen. Der Fußball kann euch die Rückkehr in das normale Leben erleichtern.“
 
Bei ihrem Besuch trainierten Olaf Thon und Martin Max insgesamt zwölf junge Erwachsene, die einen Platz in der Gefängnis-Mannschaft ergattert haben. Diese ist ein Teil der Initiative „Anstoß für ein neues Leben“. Das Projekt der Sepp-Herberger-Stiftung und der Bundesagentur für Arbeit wird inzwischen in 19 Haftanstalten in neun Bundesländern durchgeführt und soll jungen Straftäterinnen und Straftätern mit Sport, Ausbildung und intensiver Betreuung eine bessere Perspektive für die Zeit nach der Inhaftierung eröffnen. Nachdem das Aufwärmen mit Olaf Thon beendet war, übernahm Martin Max die Verantwortung. Der 50-Jährige legte den Schwerpunkt seines Trainings auf den Torabschluss. Die Übungen, die er dabei vorgab, sind kompliziert. Erst fliegt der Ball kreuz und quer über den Platz. Nur selten landet er dort, wo er eigentlich hinsoll. Aber nach ein paar Runden hatten alle verstanden, was zu tun war. Zum Abschluss der Trainingseinheit stand dann noch ein 20-minütiges Spiel auf dem Programm. Das Team-Thon schlug das Team-Max dabei mit 4:2. Das Ergebnis spielte allerdings hinterher kaum noch eine Rolle. Allen hat es riesigen Spaß gemacht, das war die wichtigste Erkenntnis.

Im Anschluss ans Training und Übungsspiel stand dann noch eine kleine Fragerunde auf dem Programm. Thon erzählte dabei von seinen Anfängen beim FC Schalke 04, von seinem Wechsel zum FC Bayern München und seiner Rückkehr in den Ruhrpott. Er ließ die Ereignisse rund um den Gewinn des UEFA-Pokals 1997 noch einmal aufleben, berichtet vom Gewinn der Weltmeisterschaft im Sommer 1990 in Rom, von seiner Beziehung zu Franz Beckenbauer und seiner kurzen Trainerkarriere und den Fehlern, die er in dieser Zeit gemacht hat. Auch Martin Max brachte die Zuhörer mit der einen oder anderen Anekdote zum Schmunzeln. Dann ging der Besuch der beiden Schalker schon wieder zu Ende – und während die einen wieder raus konnten, mussten die anderen bleiben.

 

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