Mit unterschiedlichsten Lebensthematiken ist der Justizvollzug ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Darin spiegeln sich Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Überzeugungen sowie abgründigen und freudigen Geschichten. „Seelsorge“ ist die Sorge um den ganzen Menschen, der mehr ist, als gängige Trends aussagen, gesellschaftliche Verhältnisse widerspiegeln oder das zugängliche Bewusstsein eines Menschen zeigt.

 

Gefängnisseelsorge ist den Lebensthemen und persönlichen Biografien ausgesetzt. Kann Gefängnisseelsorge, die manches Mal in die Reihe eines „salbungsvollen Gutmenschen“ eingeordnet wird, ein loyales Gegenüber anbieten? Solche Vermutungen beschäftigen manchen Gefangenen oder umgekehrt entsprechend die Vollzugsbediensteten. Ist Gefängnisseelsorge „Vollzugsstörer“ oder Öl im Getriebe? Beides sind Merkmale des „Fachdienstes Seelsorge“ in den staatlichen Einrichtungen des Justizvollzuges.

Für die inhaftierte Menschen sind mit der Seelsorge viele Hoffnungen verbunden, was ein seelsorgerlicher Dienst für sie alles erreichen kann. Allgemein wird erwartet, dass sie einen Menschen mit Verständnis und Mitgefühl antreffen. Der Vertrauensvorschuss mit unserer seelsorgerlichen Schweigepflicht ist kostbar und schutzbedürftig. Das Gefängnis ist mit all den harten Geschichten ein Ort der permanenten Krise, wo alle, Inhaftierte, Fachdienste und VollzugsmitarbeiterInnen, oft unter Anspannung arbeiten und leben.

3. Mai 2021
Fürsprecher für Häftlinge, aber auch für Bedienstete
Paulus hatte Christen verfolgt. Kein Wunder, dass die Gemeinde skeptisch war, als er mitmachen wollte. Barnabas legte ein gutes Wort für ihn ein. So wie Gefängnisseelsorger Manfred Heitz in der rheinland-pfälzischen Justizvollzugsanstalt Frankenthal oft zum Fürsprecher der Häftlinge wird. Manche lernt er nur ein paar Tage […]
27. April 2026
Pastoralinstruktion 1925 für die katholischen Strafanstaltsgeistlichen
Ein Name kommt immer wieder in alten Dokumenten in den 1920er Jahren der Weimarer Republik zur Gefangenenseelsorge vor: Adolf Johannes Bertram, Kardinal und Fürstbischof von Breslau. 1925 hat er die Pastoralinstruktion für die katholischen Strafanstaltsgeistlichen an den Gefangenenanstalten in Preußen in Kraft gesetzt. Die damaligen Neubauten […]
29. November 2022
Karl Barth: Die Übeltäter mit ihm. Strafanstalt Basel 1957
Im Jahr 1957 hielt am Karfreitag der schweizer evangelische Theologe Karl Barth eine Predigt vor Gefangenen in der Strafanstalt Basel. Er betont dabei, dass Inhaftierte genauso Menschen sind. „Gekreuzigte Übeltäter sind wir alle“, sagt er zur damaligen Zeit zur Bibelstelle Lukas 23,33. Diese Botschaft hat Sprengkraft […]
10. Juli 2020
Aus dem Rahmen fallen. Gefängnis damals und heute
Aus dem Rahmen zu fallen fällt auf, oft unangenehm. Es weckt Verwunderung, Erstaunen. Es befreit aus dem vorgefertigten Rahmen, der die Grenze absteckt, in der man sich zu bewegen und zu benehmen hat: Das tut man nicht. Das gehört sich nicht.¹ Menschen können aus dem Rahmen […]
1. September 2025
Initiative „Freiheitsfonds“ kauft am historischen Datum Gefangene frei
Die Initiative „Freiheitsfonds“ zur Entkriminalisierung von Schwarzfahren in Bus und Bahn kauft Gefangene aus Gefängnissen frei. Besonders das Datum ist historisch: Am 1. September 1935 wurde jenes Gesetz eingeführt, das bis heute Menschen wegen fehlender Tickets in Bus und Bahn ins Gefängnis bringt. Am Freedom Day […]
4. Juni 2025
Bundesverdienstkreuz an Gefängnisseelsorger verliehen
Der ehemalige Gefängnisseelsorger, Fritz-Georg Schnorr, war von 1992 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2014 in der niedersächsischen JVA Meppen tätig. Besonders hat er sich für die Angehörigen Inhaftierter eingesetzt. Das Projekt „WarteZeit“ rief Schnorr ins Leben, das bis heute besteht. Der im Rheinland geborene Schnorr […]
Knastschlüssel