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Vorstand der Gefängnisseelsorge in Nordrhein-Westfalen stellt sich neu auf

8. September 2026

Das Vorstandsgremium der katholischen Gefängnisseelsorge in Nordrhein-Westfalen hat neue KollegInnen in das Leitungsgremium gewählt. Bei der Neuwahl in der Katholischen Akademie in Schwerte wurden die beiden langjährigen Vorsitzenden Stefan Ehrlich (JVA Köln-Ossendorf) und Klaus Schütz (JVA Essen) verabschiedet. Sie bleiben als Dekane und als Gefängnisseelsorger des Landes in ihren Anstalten weiterhin im Dienst.

Dekane bleiben im Amt

Ein Stück Geschichte geht zu Ende. Klaus Schütz ist 26 Jahre als Gefängnisseelsorger in der JVA Essen tätig. Davon war er 16 Jahre im Vorstand der Katholischen Gefängnisseelsorge in Nordrhein-Westfalen. Ähnlich lange ist Stefan Ehrlich neben dem Bundesvorstand der Gefängnisseelsorge im Land NRW engagiert. Beide werden sie als Dekane den Kontakt zum Ministerium der Justiz in Nordrhein-Westfalen bleiben. Für die Konferenz der katholischen Gefängnisseelsorge ist das Amt der Dekane jetzt vom Vorstand der GefängnisseelsorgerInnen in NRW abgetrennt worden.

Von links nach rechts: Dekan Stefan Ehrlich für Westfalen (JVA Köln-Ossendorf), Annastina Kaffarnik (JVA Bochum), Sebastian Vieth (JVA Werl), Jürgen Wiesner (JVK Fröndenberg und JVA Hamm), Dekan Klaus Schütz (JVA Essen) für das Rheinland.

Ein Kreuz mit Grund-Gebet

Neuer Vorsitzender ist Sebastian Vieth von der JVA Werl. Vieth nimmt gelassen und ruhig seine Aufgabe wahr. Kritisch und mit Blick auf die konkreten Menschen der Inhaftierten, den Bediensteten und im KollegInnen-Kreis agiert er vermittelnd. Noch als stellvertretender Vorsitzender überreicht der Familienvater den beiden Kollegen ein Kreuz zu ihrem Abschied. Das in der JVA Werl gefertigte Kreuz aus Verbundholz beeindruckt. Der Blick von innen nach draußen kann über die Gitter irritieren. GefängnisseelsorgerInnen machen es möglich, dass der Blick andersherum, von außen nach innen, möglich werden kann. Die Worte des Gebetes „Vaterunser“ ist im Kreuz sichtbar: Ineinander verschlungen und erst durch einen genauen Blick kann man den Text lesen. Spiegelverkehrt oder klar erkennbar.

Heiliger Leonhard im Hintergrund

Ein neues Vorstandsmitglied ist Jürgen Wiesner von der JVA Hamm und dem Justizvollzugskrankenhaus (JVK) Fröndenberg. Er hat Erfahrungen in der JVA Attendorn im offenen und geschlossenen Vollzug gesammelt und ist seit vier Jahren in der Gefängnisseelsorge im Erzbistum Paderborn. Die Kollegin der JVA Bochum, Annastina Kaffarnik, arbeitete zuvor in der JVA Berlin-Moabit. In die JVA Bochum wechselte sie ins Bistum Essen vor wenigen Jahren. Sie ist Beauftragte für den Literaturpreis für Gefangene seitens der Katholischen Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V. Der Heilige Leonhard ist Patron der Gefangenen. Über ihn werden viele Legenden erzählt. Manche der Berichte passen auf die Gefängnisseelsorge: Sie waren die ersten SozialarbeiterInnen und sie setzen sich bis heute für die „Fürsorge“ Gegangener ein.

Verabschiedung in der JVA Remscheid

Dies gilt für alle in diesem Bereich, ob sie eine leitende Rolle innehaben oder nicht. Verabschiedet in den Un-Ruhestand wird Martin Böller. Der in der Justizvollzugsanstalt Remscheid 20 Jahre arbeitende Gefängnisseelsorger wird das Gefängnis fast zeitgleich mit deren Schließung 2027 verlassen. Doch so sicher ist die vorläufige Schließung nicht. An gleicher Stelle soll neu gebaut werden. Die Planungen gibt es, doch die Umsetzung ist noch offen. In der Vergangenheit war Böller Mitglied Mitglied im  Vorstand der Konferenz der Katholischen Gefängnisseelsorge in Nordrhein-Westfalen. Mit einem anerkennenden Applaus wird er von den 25 anwesenden KollegInnen vor Ort verabschiedet. Mit neuen Personen geht die Gefängnisseelsorge in Nordrhein-Westfalen mit den Erfahrungen der KollegInnen in die Zukunft.

Michael King

 

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