200 Jahre Straffälligenhilfe: Tagung der BAG-S

Vor 200 Jahren gründete der Pfarrer Theodor Fliedner in Düsseldorf die erste zivilgesellschaftliche Organisation in Deutschland, die Menschen nach ihrer Haftentlassung bei der Wiedereingliederung unterstützte: die „Rheinisch-Westfälische Gefängnisgesellschaft“.
Die Initiative entstand aus der Einsicht, dass es leicht ist, Menschen auszugrenzen, es jedoch wesentlich anspruchsvoller ist, ihnen den Weg zurück in die Gesellschaft zu eröffnen. Die Erkenntnis, dass straffällig gewordene Menschen beim Übergang aus der Haft Unterstützung benötigen, prägt bis heute die Arbeit der Straffälligenhilfe. Und auch wenn sich die Bedingungen im Strafvollzug als auch die Angebote der Straffälligenhilfe seither grundlegend verändert haben, gilt weiterhin: Der Übergang von der Haft in die Freiheit stellt für die Betroffenen eine erhebliche Herausforderung dar und sollte durch passende Unterstützungsangebote begleitet werden.
Die Bundestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffälligenhilfe (BAG-S), die am 23. und 24. November 2026 in Erfurt stattfindet, lädt Sie ein, aktuelle Fragen der Straffälligenhilfe zu diskutieren. Wie kann in diesen gesellschaftlich unruhigen Zeiten weiterhin professionelle Unterstützung bei der Wiedereingliederung straffällig gewordener Menschen gewährleistet werden? Wie können sich Akteure vernetzen, um über Ländergrenzen hinweg voneinander zu lernen und zu profitieren? Welche Bedingungen sind für eine professionelle Arbeit zu gewährleisten?
Neben Vorträgen zu übergreifenden Themen bieten praxisnahe Workshops Raum für den Austausch der Teilnehmenden zu konkreten Fragen der aktuellen Straffälligenhilfe. Wir wünschen uns, dass Sie die Tagung mit spannendem fachlichen Input, neuen Kontakten und frischen Ideen verlassen und hoch motiviert in Ihren Arbeitsalltag zurückkehren – wenn auch vielleicht nicht für die nächsten 200 Jahre, so doch zumindest für die nächsten anstehenden Aufgaben.


