Share this emailCopy the public link or share it on your favorite channel.
Sollte sich der Newsletter aufgrund Ihres E-Mail Programms nicht ordnungsgemäß darstellen lassen, können Sie die Informationen unter Newsletter abrufen. Hier sind die letzten Artikel hinterlegt...
24. Januar 2026

Gefängnisseelsorge

Taufen im "Zwangskontext" der Haft?

Guten Tag,

die Förderung spiritueller Selbstbestimmtheit ist zentraler Bestandteil in der Begleitung von Menschen im Zwangskontext einer Inhaftierung durch die Gefängnisseelsorge. Menschen finden Halt, Orientierung und Gemeinschaft. Spiritualität, Gebet und Zusammenhalt werden gefördert – und das verdient Respekt.

Im Strafvollzug eine freie Entscheidung?

Die Gefängnisseelsorge hat eine religiöse Verantwortung, auch wenn sie keine fertigen Antworten auf Fragen parat hat. Besonders im Jugendvollzug, erhoffen sich Jugendliche und junge Erwachsene Antworten, die wir als GefängnisseelsorgerInnen nicht geben können. Eine Taufe im Gefängnis ist eine besondere Feier und bedarf einer guten Entscheidungsfindung im Vorfeld. Als Gefängnisseelsorger bin ich und sind wir als Gefängnisseelsorge im Laufe der Jahre achtsamer und sensibler geworden. Wir fragen uns, kann im Strafvollzug eine bewusste Entscheidung für eine Taufe gefällt werden? Es gibt viele Motivationen, sich taufen zu lassen. Sie zu unterscheiden ist nicht einfach. Besonders in der Mangelwirtschaft einer JVA kann eine Taufe von hoher Bedeutung im Kontext von Zuwendung und Begünstigung sein.

Taufe als eine Art Entlassvorbereitung

Beispielsweise nehmen wir als katholische und evangelische Gefängnisseelsorger der JVA Herford den Wunsch einer christlichen Taufe sehr ernst, schlagen aber vor, die Taufanfrage in eine Art Entlaßvorbereitung einzubetten. Die Taufvorbereitung kann in der JVA durch die Gefängnisseelsorge erfolgen. Die Tauffeier allerdings findet anschließend „draußen“ in einer Kirchengemeinde statt. Die Entscheidungen sind individuell und haben immer den konkreten Menschen mit seiner Biografie im Blick.
Es gab einen Kollegen, der es im Strafvollzug als seine fast alleinige Aufgabe ansah, kontinuierlich Inhaftierte zu taufen und zu firmen. Dafür gewann er die Gefangenen. Diese sind aufgrund ihrer Zwangssituation oft in viele Richtungen beeinflussbar. Es scheint klar zu sein, dass es eine gute Sache ist, sich taufen zu lassen. Es ist nichts Schlechtes einmal im Mittelpunkt zu stehen und die Kraft Gottes auf sein Leben wirken zu lassen. Doch ist das im Knast wirklich eine freie Entscheidung?

Ins Gespräch bringen

Es gibt Anfragen freikirchlicher Gruppierungen, die muslimische Gefangene zu Christen im Gefängnis taufen lassen wollen. Das würde die Spaltungstendenzen im Vollzug noch mehr fördern. Missionierung und Bekehrung ist nicht das Ziel von Gefängnisseelsorge, sagt Jonathan Werner von der Justizanstalt Wien-Josefstadt in einem höhrenswerten Podcast. Wie die Katholischen Hochschulen in Deutschland eine Selbstverpflichtungserklärung zur Vermeidung geistlichem Missbrauch ins Wort gebracht haben, wäre es sicherlich überlegenswert, dies für die Gefängnisseelsorge ebenfalls einzufordern? Nicht um etwas vorschreiben zu wollen, sondern Handlungsweisen und mögliche Stolpersteine in der Arbeit mit Inhaftierten ins Gespräch zu bringen.
Vielleicht gibt es dazu Rückmeldungen, kritische Anfragen oder Erfahrungen? Wir freuen uns darüber...

Michael King

AndersOrt + Website
Gefängnisseelsorger JVA Herford

Macht der weniger Mächtigen beginnt mit der Ehrlichkeit

Kategorien: Politik, Theologie

In dieser Woche hielt der kanadische Premierminister Mark Carney auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine beachtete Rede. Angesichts einer Weltwirklichkeit, in der wenige Großmächte zu Festungen werden und mit Gewalt versuchen, sich andere Länder einzuverleiben, ob durch einen Angriffskrieg oder über eine Zollpolitik, die Abhängigkeit und Unterwürfigkeit schaffen soll, sagte Carney: „Die Macht des Systems kommt nicht aus seiner Wahrheit, …

Mehr erfahren...
Macht der weniger Mächtigen beginnt mit der Ehrlichkeit

Gefängnispastoral lernt man, indem man durch die Zellenblöcke geht

Gefängnispastoral lernt man, indem man durch die Zellenblöcke geht
Kategorien: International, Kirche

Jorge García Cuerva ist seit Mai 2023 Erzbischof von Buenos Aires. Er ist päpstlicher Delegierter für die Internationale Gefängnispastoral. In einem Interview sagt er: "Die Gefängnispastoral lernt man, indem man durch die Zellenblöcke geht." Der Monseñor reflektiert über die globale Mission der saatlichen Institutionen, ihre dringenden Herausforderungen und den Impuls für eine präsente, prophetische und den Menschen nahestehende Kirche. Weit …

Mehr erfahren...

Emil: Von einem, der aus inneren Gefängnissen auszog

Kategorien: International, Medien, Vorbilder

Typisch Emil. Kennen Sie ihn noch? Der heutige 93-jährige Schweizer Kabarettist Emil Steinberger begeistert Generationen. Er trat auf Bühnen und im Zirkus auf, war Theaterdirektor und Kinoleiter und arbeitete als Grafiker und Filmregisseur. Als der Ruhm überhandnahm verließ Emil Europa und fand in New York nicht nur innere Freiheit, sondern heiratete nach langer Freundschaft seine Ehefrau Niccel. Eine Revue in …

Mehr erfahren...
Emil: Von einem, der aus inneren Gefängnissen auszog

Sündenbock zum Lamm Gottes: Dualismus von Gut und Böse?

Sündenbock zum Lamm Gottes: Dualismus von Gut und Böse?
Kategorien: Theologie, Vorbilder, Weltanschauungen

Im biblischen Buch Levitikus wird erzählt, wie am Versöhnungstag der Israeliten ein Ziegenbock in das Heiligtum gebracht wurde, dort drückte der Hohepriester ihm die Hände auf zum Zeichen des Aufladens mit allen Sünden des Volkes, um den so rituell beladenen Sündenbock schließlich in die Wüste zu jagen. Dieser Sündenbock-Mechanismus mit seiner vermeintlichen Trennung von Gut und Böse funktioniert in allen …

Mehr erfahren...

Sehenswerter Spielfilm zum Thema Vergebung: "Die Frau in Blau"

Kategorien: Geschädigte, Medien, Schuld, Versöhnung

Film-Mittwoch: Ein Unfall kann Leben zerstören. Das von Menschen, die dabei sterben, und das von Überlebenden. Das von Opfern und von Verursachern. Wie findet man Vergebung? Davon erzählt ein sehenswerter Spielfilm im Ersten. Mit Schuld auseinandersetzen Man kann nicht sagen, dass es einfach ein Unglück war. Nein, es war Leichtsinn. Bodenloser Leichtsinn eines jungen Mannes, der seiner Freundin mehr …

Mehr erfahren...
Sehenswerter Spielfilm zum Thema Vergebung: "Die Frau in Blau"

„Gott verzeiht mir meine Fehler“, sagt eine Inhaftierte bei ihrer Taufe

„Gott verzeiht mir meine Fehler“, sagt eine Inhaftierte bei ihrer Taufe
Kategorien: Gottesdienst, Ökumene

„Die Taufe heißt für mich: ich kann Gott und Jesus Christus näher kommen!“, sagt F., eine inhaftierte Frau der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen. Sie ergänzt: „Ich möchte, dass Gott an meiner Seite ist, damit die Wege, die ich gehe, gut werden.“ Sie ist eine junge Frau Anfang zwanzig. Ihr Wunsch, sich in der anstaltseigenen Frauenkirche in einem Gottesdienst taufen zu lassen, hängt …

Mehr erfahren...

Seelsorge hinter den Gittern des JVK: „Hier bin ich richtig“

Kategorien: Ökumene, Porträt

An dem Ort des Justizvollzugskrankenhauses Fröndenberg, wo kein Mensch freiwillig hingeht, hören sie zu. Sie trösten, sprechen Mut zu oder sind einfach nur da. Larissa Hachmann-Figgen und Jürgen Wiesner sind für die katholische und evangelische Kirche Seelsorger im Fröndenberger Justizkrankenhaus (JVK). Aber nicht nur für die Gefangenen. Obwohl teilweise schon etwas länger hier im Einsatz, wurden sie am Freitag offiziell …

Mehr erfahren...
Seelsorge hinter den Gittern des JVK: „Hier bin ich richtig“

Häftlingsliste nennt nicht alle italienische Gefangene in Lüttringhausen

Häftlingsliste nennt nicht alle italienische Gefangene in Lüttringhausen
Kategorien: Geschichte

Angesichts der im Zeitraum von 1939 bis 1945 erfolgten Verschleppung von mehr als 13 Millionen ausländischen KZ-Häftlingen, Strafgefangenen, Kriegsgefangenen und „zivilen” Arbeitskräften nach Deutschland, stellte sich nach Kriegsende für die Alliierten die Frage nach dem Verbleib dieser Millionen Menschen. Um diesen ermitteln zu können, erließen die vier Militärregierungen im Dezember 1945 und Januar 1946 Anordnungen an die deutschen Behörden zur …

Mehr erfahren...

Ein Zeichen der Erwählung ist der Blick auf das Schwache

Kategorien: Gerechtigkeit, Gesellschaft

Ein Bild für Trostlosigkeit? Geknickt: Etwas stand in voller Blüte, kräftig, vital, stabil, selbstbewusst, aufrecht. Glimmen: Da war mal Feuer und Flamme, ein Brennen für Ideen, Themen, Menschen. Geknickt - glimmend. Beide Worte bezeugen eine Vergangenheit voller Energie. Und nun hält nur noch wenig am Leben oder im Leben. Keine Reserven. Es fehlt nicht viel und alles ist erloschen oder …

Mehr erfahren...
Ein Zeichen der Erwählung ist der Blick auf das Schwache

Jüdische Häftlinge im ehemaligen Zuchthaus Herford (Teil II)

Jüdische Häftlinge im ehemaligen Zuchthaus Herford (Teil II)
Kategorien: Geschichte

Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 31). Im Rahmen der Aufarbeitung der Geschichte des Zuchthauses Herford in den Jahren 1934 bis 1939 konnten bisher über 700 Häftlinge, darunter 33 jüdische Häftlinge, ermittelt werden, die aus politischen oder anderen Gründen dort ihre Strafen verbüßen mussten. Das Verfolgungsschicksal der jüdischen Häftlinge wurde in mehreren Folgen der Serie „Das Zuchthaus Herford …

Mehr erfahren...

Versuchung ist groß, Menschen aufzuteilen in würdig und unwürdig

Kategorien: Kirche

Sakramente sind besonders. Sie bezeichnen eine menschliche Wirklichkeit, die göttlich durchwirkt. Ob es das Hinabtauchen und wieder aufleben aus dem Wasser der Taufe als Zeichen geliebten Angenommenseins ist, die leibhaftige Gegenwart Jesu im Teilen des Brotes, das einander Zusagen von Liebe und Treue in guten wie in schlechten Tagen oder die Salbung mit kostbarem Öl zur Bestätigung der Würde im …

Mehr erfahren...
Versuchung ist groß, Menschen aufzuteilen in würdig und unwürdig

Eine Königin zu Gast in der Justizvollzugsanstalt Heidering

Eine Königin zu Gast in der Justizvollzugsanstalt Heidering
Kategorien: Kunst, Regional

"Jeder Mensch ist ein König und wertvoll, denn er hat eine unverlierbare Würde", sagt Diakon Ralf Knoblauch, der in einem Bonner Brennpunkt-Stadtviertel bei den Menschen arbeitet. Er schnitzt kleine Männer und Frauen aus Holz als Botschafter der Menschenwürde und beherbergt sie in der ganzen Welt. Eine Figur der Königin wandert durch das Erzbistum Berlin und besucht die Schulen in …

Mehr erfahren...

Fast tausend Sterne gebastelt und eine Ikone mit Judas

Kategorien: Kunst, Projekte, Regional, Schuld

Der Inhaftierte der JVA Heidering, nennen wir ihn Karl, putzt die Dusche und hilft beim Essen verteilen und backt den besten Kuchen der Station. Ansonsten verkriecht er sich in seiner Zelle. Er faltet das ganze Jahr über Sterne mit einer Akribie, die jeden nur staunen lässt. Dafür braucht man im Gefängnis eine Bastelgenehmigung zum Besitz einer Bastelschere, eines Falzbeins und …

Mehr erfahren...
Fast tausend Sterne gebastelt und eine Ikone mit Judas

"Don´t cry, snowmann" Schneewunder haltbar in der LIEBE

"Don´t cry, snowmann" Schneewunder haltbar in der LIEBE
Kategorien: Angehörige, Musik, Texte Gefangener

Schnee-schockverliebt... Aus dem Norden Deutschlands sende ich das Foto aus dem Garten der Oldenburgerin Mechthild hin zu meiner Freundin auf die Kanareninsel La Palma: Ein Schneemann und eine Schnee-Frau in ROT. „Und wie ER leuchtet, leuchtet auch SIE...“ Das schreibt mir meine Freundin aus La Palma zu diesem Kunstwerk, das ich ihr spontan schicke aus einem seit Jahren nicht gekannten …

Mehr erfahren...

Sehnsucht nach Freiheit mit Telefonieren auf Antrag

Kategorien: Porträt

Was Freiheit bedeutet, begreift man, wenn man sie nicht mehr hat. Wie ist das, wenn man in Haft sitzt, wenn Türen der Justizvollzugsanstalt verschlossen sind, wenn man seine Familie und Freunde nur noch selten sieht? Die Gefängnisseelsorgerin der JVA Gießen im Bistum Mainz, Uta Kuttner, erzählt. Was das Schlimmste am Eingesperrtsein ist? Uta Kuttner muss nicht lange überlegen: „Die Isolation. …

Mehr erfahren...
Sehnsucht nach Freiheit mit Telefonieren auf Antrag

📆 Veranstaltungen

Flyer Schriftzug
Logo AndersOrt
Strichliste (für/wider)
Die Inhalte dieses Newsletters und der Website spiegeln eine Fülle von Meinungen wieder. Sie entsprechen nicht immer die des Vereins. Für die Inhalte der Beiträge sind die AutorInnen* verantwortlich. Fragen und Anmerkungen zum Newsletter sowie neue Beiträge bitte an king@jva-seelsorge.de