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Gefängnisseelsorge
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Lange Fingernägel als Ausdruck von Rückzug und Einkehr
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Guten Tag,
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im Jugendvollzug begegnen sie mir immer wieder – Männer mit auffällig langen Nägeln an den kleinen Fingern. Frage ich den Jugendlichen, welche Bedeutung diese für ihn habe, grinst er und sagt: "Nein, eigentlich hat es keinen speziellen Hintergrund für mich", aber er will trotzdem nochmals drüber nachdenken.
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Symbol für sozialen Rang
Ich informiere mich und lese, dass die Praxis, sich die kleinen Fingernägel wachsen zu lassen, nicht neu ist. Anscheinend war die Tradition im alten China ausgeprägt, wo ein langer Nagel am kleinen Finger als Zeichen von Wohlstand und sozialem Rang galt. In vielen dieser Gesellschaften war der lange Nagel sowohl Statussymbol als auch Hinweis auf spirituelle Reinheit oder künstlerische Tätigkeit. Existiert eine Verbindung zwischen den langen Fingernägeln in Form von subtiler Statuskommunikation im Knast? Der lange kleine Fingernagel wird oft missverstanden oder negativ gesehen. Man verbindet ihn mit illegalem Drogenkonsum – insbesondere mit Kokain. Der kleine Nagel wird als „Schnupfnagel“ betrachtet, mit dem sich Substanzen aufnehmen lassen.
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Rückzug von der Welt
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kann oder will mir der betreffende Jugendliche nicht bestätigen. Er verneint diese Verbindung vehement. Der aus dem Libanon stammende junge Mann wird den Sinnzusammenhang schon kennen. Es sei einfach schön, solche Fingernägel zu haben. In Teilen des Hinduismus und Buddhismus gilt der lange Fingernagel als Zeichen innerer Einkehr, von Einsamkeit oder dem Rückzug von der Welt. Dieser Hinweis könnte bei dem Gefangenen zutreffen. Er zieht sich mehr als alle anderen in seinem Haftraum zurück und bleibt für sich. "Damit mir nichts passiert und ich nicht angegangenen werde", erzählt er mir.
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Eine gute Fastenzeit und einen guten Ramadan wünschen wir, in denen einiges in innerer Einkehr neu und anders wachsen kann.
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Michael King
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Gefängnisseelsorger JVA Herford
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Es machen sich Ängste breit, wohin die Reise gehen wird…
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Eisenbahngleichnis Wir sitzen alle im gleichen Zug und reisen quer durch die Zeit. Wir sehen hinaus. Wir sahen genug. Wir fahren alle im gleichen Zug. Und keiner weiß, wie weit. Ein Nachbar schläft, ein anderer klagt, ein dritter redet viel. Stationen werden angesagt. Der Zug, der durch die Jahre jagt, kommt niemals an sein Ziel. Wir packen aus, wir packen …
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👓 Gesellschaft, Literatur, Philosophie
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Sexueller Missbrauch: T-Shirts verdecken den Blick in die Trierer Jesuitenkirche
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Die Seminarkirche des Priesterseminars in Trier war von 1570 bis 1773 Kirche des Jesuitenordens. An diesem Ort der dreischiffigen gotischen Hallenkirche versperrt zurzeit am Eingang eine Art Garderobe aus weißen T-Shirts den Weg in die Kirche. Schnell wird klar, es geht um den Sexuellen Missbrauch in Kirche und Gesellschaft. Die T-Shirts verdecken den uneingeschränkten Blick in die Dreifaligkeitskirche. Kinderschutzexperten aus …
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👓 International, Kunst, Sexueller Missbrauch
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JVA Heinsberg: "Der Jugendknast ist keine Lösung für Zwölfjährige"
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Der Leiter der JVA Heinsberg im Jugendvollzug, Jochen Käbisch, ist gegen eine Herabsetzung der Strafmündigkeit. Bereits 14-Jährige sind inhaftiert. Viele erleben hinter Gittern zum ersten Mal eine richtige Tagesstruktur. Jochen Käbisch hat die Debatte über die immer wieder neu aufkommende Forderung nach einer Senkung des Alters zur Strafmündigkeit auf 12 Jahre mitkommen. In Dormagen wird der 14-jährige Yosef von einem …
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Die Publikation "AndersOrt" der Gefängnisseelsorge wird 15 Jahre alt
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In der Geschichte der Gefängnisseelsorge gab es schon früh Publikationen. Bereits 1925 wurde die Pastoralinstruktion vom Fürstenbischof Kardinal Bertram in Breslau für die Vereinigung der katholischen Strafanstaltsgeistlichen auf dem Gebiet von Preußen veröffentlicht. In den 1980 er Jahren ist eine Bundesstelle der Gefängnisseelsorge in Fulda eingerichtet worden. Die Personalkörperschaft von Tätigen in der Gefängnisseelsorge hat sich 2017 zu einem gemeinnützigen …
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👓 Geschichte, Kommentar, Medien
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Spuren hinterlassen: "Was wollen Sie? Meinen Fingerabdruck?"
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Erstaunt und vielleicht innerlich amüsiert äußert sich ein Inhaftierter im Ostergottesdienst der rheinland-pfälzischen Justizvollzugsanstalt Rohrbach, als der Gefängnisseelsorger dazu einlädt, die Osterkerze mit dem eigenen Fingerabdruck auf einem Wachsplättchen zu verschönern. Keine Spuren hinterlassen Das Hinterlassen des eigenen individuellen Fingerabdrucks hat nicht bei wenigen der einsitzenden Menschen zu ihrer Inhaftierung geführt. Die eigenen Spuren zu hinterlassen - theologisch eine durchaus …
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👓 Spiritualität, Theologie
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Sterben im Strafvollzug: Erforschung eines kaum bekannten Themas
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Die Studie mit dem Namen ARREST soll die palliativmedizinische Versorgung Inhaftierter abbilden und mögliche Defizite und Potenziale aufdecken. Eine schwere unheilbare Erkrankung kann einen Menschen in jeder Lebenssituation treffen – auch während einer Haftstrafe oder einer Sicherungsverwahrung. In Deutschland werden sterbende Inhaftierte in der Regel vorzeitig entlassen, wenn dadurch die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet wird. Es gibt jedoch Menschen, die …
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Eine Haltung: Aufrichten - nicht richten. Retten - nicht strafen
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Ein Jugendrichter in Halle an der Saale, sagte bei einer Diskussion, er wolle junge Menschen nicht richten, sondern aufrichten. Er hat bei verschiedenen Urteilen so manch ungewöhnliche Strafe ausgesprochen, die Konsequenzen aufzeigen. Ein Urteil zu fällen ist nicht einfach und doch hatte der Jugendrichter stets noch etwas anderes im Blick: die Würde und eine mögliche Wiedergutmachung. Theologisch ist das mit …
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👓 Straftheorie, Theologie
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Gott sagt: Kehrt um, verlasst die alten Wege! Ändert euer Leben...
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Gott sagt: Kehrt um, verlasst die alten Wege! Kehrt um und ändert euer Verhalten! (Ezechiel Hesekiel 33,11) Gott spricht angeblich so eindeutig und klar. Wenn das mal so einfach wäre, das eigene Leben zu ändern. Der Spruch kommt als moralische Aufforderung daher. Mit Ausrufezeichen! Ich sehe Hinweisschilder mit all den Apellen und Regelvorgaben im Gefängnis: Machen Sie dies, machen Sie jenes, …
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👓 Spiritualität, Theologie
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Spieleabende hinter Gittern: Die Arbeit der "IniZelle" Würzburg
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Die Initiative "IniZelle" aus Würzburg organisiert seit fast 40 Jahren Spieleabende mit Gefangenen. Über die Arbeit und Erfahrungswerte der Ehrenamtlichen können viele Geschichten erzählt werden. Die Spieleabende stehen für gemütliches Beisammensein, Austausch und Freizeit, ein für viele Menschen zum normalen Alltag zählender Bestandteil, eigentlich nichts Besonderes. Integration in die Gesellschaft Häufig wird viel gelacht, vielleicht kommt es mitunter zu persönlichen …
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Best-Practice: Kreuz im Knast durch Gespräche gemeinsam herstellen
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Bei der Einführungs- und Ausbildungstagung für Mitarbeitende „Kirche im Justizvollzug“ im St. Bonifatiuskloster Hünfeld waren die Teilnehmenden eingeladen, eigene Erfahrungen und "Best Practice" vorzustellen. Georg Becher, Gefängnisseelsorger an der JVA Detmold und der JVA Bielefeld-Senne (Offener Vollzug) stellt eine Bedienungsanleitung um Kreuze zu knoten zur Verfügung. „In Gesprächen mit inhaftierten Menschen gelange ich immer mal wieder an Punkte, an denen …
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Waffeln statt Anliegen: Wenn Seelsorge durch den Magen geht
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„Notiz fürs nächste Jahr: Dem Gefängnisseelsorger frühzeitig absolutes Reiseverbot für Fortbildungen in Hünfeld erteilen!“ – diesen Satz diktierte mir der Sicherheitsdienstleiter (SDL) schmunzelnd in den Block, als ich nach meiner Rückkehr vom Ausbildungskurs der Gefängnisseelsorge im St. Bonifatiuskloster in Hünfeld sein Büro besuchte. Der Grund für das Seufzen des SDL? Ich war vollgepackt mit kreativen, Ideen aus der Fortbildung zurückgekehrt. …
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👓 Bedienstete, Kommentar, Tagungen
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Häftlinge lesen damals wie heute Bücher aus der Anstaltsbücherei
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Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 36). Bereits im Jahr der Machtübernahme wurde von den Nationalsozialisten das Büchereiwesen landesweit „gleichgeschaltet”. Von dieser „Gleichschaltung” waren auch die Gefangenenbüchereien betroffen. § 115 der Dienst- und Vollzugsordnung von 1933 erklärte die Aufgaben der Gefangenenbücherei für die NS-Gesellschaft und betonte, dass „besonderer Wert auf solche Werke zu legen ist, die den Geist …
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Kino-Tipp: Die Camino-Therapie - Finde Deinen Weg
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Inspiriert von einer wahren Geschichte erzählt der Kino-Film von zwei Fremden, die auf dem Jakobsweg nicht nur zueinanderfinden, sondern zu sich selbst. Vor der eindrucksvollen Kulisse des Camino de Santiago entsteht ein bewegender Film über Aufbruch, Loslassen und die Kraft des Zusammenhalts. Das Thema des Films zeigt, dass der Jakobsweg als Mittel der Resozialisierung dienen kann. Wenn zwei sich auf …
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Fuß der Taube: Pfingstliche Gedanken zur verschollenen Hl. Geist-Taube
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Bei vielen holzgeschnitzten, spätmittelalterlichen Dreifaltigkeitsdarstellungen fehlt oft der Heilige Geist. Die Taube, die ihn darstellte, hat die Jahrhunderte nicht überdauert. Gelegentlich war sie angebracht an einem Holzschrein, in dem der Vater den Sohn als Leidensmann vorzeigt. Ging nun der Schrein etwa bei Altaränderungen verloren, dann verschwand mit ihm auch meist die Taube. Manchmal war sie an der Krone Gottvaters …
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Vergebung im Gefängnis: "…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern"
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Einige fühlen sich unschuldig, obwohl sie verurteilt sind. Andere wiederum fühlen sich schuldig, obwohl es kein offizielles Verfahren gegen sie gibt. Ich kann mich selbst entschuldigen – und ich kann andere um Entschuldigung bitten. Zwischen beiden Aussagen, die die selbe Sache behandeln, besteht ein gewaltiger Unterschied. In einem Fall entsorge ich selber die Schuld, mit der anderen Formulierung bleibe ich …
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Die Inhalte dieses Newsletters und der Website spiegeln eine Fülle von Meinungen wieder. Sie entsprechen nicht immer die des Vereins. Für die Inhalte der Beiträge sind die AutorInnen* verantwortlich. Fragen und Anmerkungen zum Newsletter sowie neue Beiträge bitte an king@jva-seelsorge.de
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