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23. Juli 2025

Gefängnisseelsorge

Aushalten, Mit-gehen, Zuhören und Vermitteln

Guten Tag liebe Lesende,

der Schmetterling spielt am Internationalen Gedenktag der verstorbenen Drogengebrauchenden am 21. Juli 2025 eine Rolle. Ein Symbol für neues Leben. Innerhalb des Jugendvollzuges sind die bunten mit Sprühkreide aufgemalten Schmetterlinge auf dem Freistundenhof eine Unterbrechung des Alltages. Doch manche wollen den Hintergrund nicht hören. Zu sehr beschäftigt sie ihr eigener Drogenkonsum und „dass man nicht davon loskommt", sagt ein Inhaftierter

Die Leichtigkeit eines Schmetterlings findet man im Knast eher nicht. Festgefahrene und inoffizielle Regeln überwiegen. Oder es passiert, dass sich ein Gefangener in seinem Drogenrausch mit Wasser aus dem Wasserkocher verletzt, in dem er versucht, Nudeln zu kochen. Ein anderer macht sich seine Knast-Welt schöner, in dem er jeden Abend "Hasch" organisiert.

Hoffnungsort Gefängnis? Wohl kaum. Und gerade deshalb will ich den Schmetterling nicht aus dem Blick verlieren. Er ist ein Symbol für Visionen, neue Haltungen und Überzeugungen, dass das Leben anders und leichter werden kann. Christlich-fundamentalistische Tendenzen können nicht die Antwort auf die Umstände im Gefängnis sein. Aushalten, Mit-gehen und Zuhören, vermittelnd und wegbegleitend tätig sein, das könnte beitragen zu einem hoffnungsvoll leichteren Leben.
Gute Ferien-Tage und herzliche Grüße

Michael King

AndersOrt + Website
Gefängnisseelsorger JVA Herford
Katholische Gefängnisseelsorge in Deutschland
Studientagung der Gefängnisseelsorge zum Thema Extremismus und Populismus im Oktober 2025 in Erfurt.

Es machen sich Ängste breit, wohin die Reise gehen wird…

Es machen sich Ängste breit, wohin die Reise gehen wird…
👓 Gesellschaft, Literatur, Philosophie

Eisenbahngleichnis Wir sitzen alle im gleichen Zug und reisen quer durch die Zeit. Wir sehen hinaus. Wir sahen genug. Wir fahren alle im gleichen Zug. Und keiner weiß, wie weit. Ein Nachbar schläft, ein anderer klagt, ein dritter redet viel. Stationen werden angesagt. Der Zug, der durch die Jahre jagt, kommt niemals an sein Ziel. Wir packen aus, wir packen …

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Sexueller Missbrauch: T-Shirts verdecken den Blick in die Trierer Jesuitenkirche

Sexueller Missbrauch: T-Shirts verdecken den Blick in die Trierer Jesuitenkirche
👓 International, Kunst, Sexueller Missbrauch

Die Seminarkirche des Priesterseminars in Trier war von 1570 bis 1773 Kirche des Jesuitenordens. An diesem Ort der dreischiffigen gotischen Hallenkirche versperrt zurzeit am Eingang eine Art Garderobe aus weißen T-Shirts den Weg in die Kirche. Schnell wird klar, es geht um den Sexuellen Missbrauch in Kirche und Gesellschaft. Die T-Shirts verdecken den uneingeschränkten Blick in die Dreifaligkeitskirche. Kinderschutzexperten aus …

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JVA Heinsberg: "Der Jugendknast ist keine Lösung für Zwölfjährige"

JVA Heinsberg: "Der Jugendknast ist keine Lösung für Zwölfjährige"
👓 Jugendvollzug

Der Leiter der JVA Heinsberg im Jugendvollzug, Jochen Käbisch, ist gegen eine Herabsetzung der Strafmündigkeit. Bereits 14-Jährige sind inhaftiert. Viele erleben hinter Gittern zum ersten Mal eine richtige Tagesstruktur. Jochen Käbisch hat die Debatte über die immer wieder neu aufkommende Forderung nach einer Senkung des Alters zur Strafmündigkeit auf 12 Jahre mitkommen. In Dormagen wird der 14-jährige Yosef von einem …

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Die Publikation "AndersOrt" der Gefängnisseelsorge wird 15 Jahre alt

Die Publikation "AndersOrt" der Gefängnisseelsorge wird 15 Jahre alt
👓 Geschichte, Kommentar, Medien

In der Geschichte der Gefängnisseelsorge gab es schon früh Publikationen. Bereits 1925 wurde die Pastoralinstruktion vom Fürstenbischof Kardinal Bertram in Breslau für die Vereinigung der katholischen Strafanstaltsgeistlichen auf dem Gebiet von Preußen veröffentlicht. In den 1980 er Jahren ist eine Bundesstelle der Gefängnisseelsorge in Fulda eingerichtet worden. Die Personalkörperschaft von Tätigen in der Gefängnisseelsorge hat sich 2017 zu einem gemeinnützigen …

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Spuren hinterlassen: "Was wollen Sie? Meinen Fingerabdruck?"

Spuren hinterlassen: "Was wollen Sie? Meinen Fingerabdruck?"
👓 Spiritualität, Theologie

Erstaunt und vielleicht innerlich amüsiert äußert sich ein Inhaftierter im Ostergottesdienst der rheinland-pfälzischen Justizvollzugsanstalt Rohrbach, als der Gefängnisseelsorger dazu einlädt, die Osterkerze mit dem eigenen Fingerabdruck auf einem Wachsplättchen zu verschönern. Keine Spuren hinterlassen Das Hinterlassen des eigenen individuellen Fingerabdrucks hat nicht bei wenigen der einsitzenden Menschen zu ihrer Inhaftierung geführt. Die eigenen Spuren zu hinterlassen - theologisch eine durchaus …

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Sterben im Strafvollzug: Erforschung eines kaum bekannten Themas

Sterben im Strafvollzug: Erforschung eines kaum bekannten Themas
👓 Lebensältere, Sterben

Die Studie mit dem Namen ARREST soll die palliativmedizinische Versorgung Inhaftierter abbilden und mögliche Defizite und Potenziale aufdecken. Eine schwere unheilbare Erkrankung kann einen Menschen in jeder Lebenssituation treffen – auch während einer Haftstrafe oder einer Sicherungsverwahrung. In Deutschland werden sterbende Inhaftierte in der Regel vorzeitig entlassen, wenn dadurch die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet wird. Es gibt jedoch Menschen, die …

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Eine Haltung: Aufrichten - nicht richten. Retten - nicht strafen

Eine Haltung: Aufrichten - nicht richten. Retten - nicht strafen
👓 Straftheorie, Theologie

Ein Jugendrichter in Halle an der Saale, sagte bei einer Diskussion, er wolle junge Menschen nicht richten, sondern aufrichten. Er hat bei verschiedenen Urteilen so manch ungewöhnliche Strafe ausgesprochen, die Konsequenzen aufzeigen. Ein Urteil zu fällen ist nicht einfach und doch hatte der Jugendrichter stets noch etwas anderes im Blick: die Würde und eine mögliche Wiedergutmachung. Theologisch ist das mit …

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Gott sagt: Kehrt um, verlasst die alten Wege! Ändert euer Leben...

Gott sagt: Kehrt um, verlasst die alten Wege! Ändert euer Leben...
👓 Spiritualität, Theologie

Gott sagt: Kehrt um, verlasst die alten Wege! Kehrt um und ändert euer Verhalten! (Ezechiel Hesekiel 33,11) Gott spricht angeblich so eindeutig und klar. Wenn das mal so einfach wäre, das eigene Leben zu ändern. Der Spruch kommt als moralische Aufforderung daher. Mit Ausrufezeichen! Ich sehe Hinweisschilder mit all den Apellen und Regelvorgaben im Gefängnis: Machen Sie dies, machen Sie jenes, …

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Spieleabende hinter Gittern: Die Arbeit der "IniZelle" Würzburg

Spieleabende hinter Gittern: Die Arbeit der "IniZelle" Würzburg
👓 Ehrenamt, Regional

Die Initiative "IniZelle" aus Würzburg organisiert seit fast 40 Jahren Spieleabende mit Gefangenen. Über die Arbeit und Erfahrungswerte der Ehrenamtlichen können viele Geschichten erzählt werden. Die Spieleabende stehen für gemütliches Beisammensein, Austausch und Freizeit, ein für viele Menschen zum normalen Alltag zählender Bestandteil, eigentlich nichts Besonderes. Integration in die Gesellschaft Häufig wird viel gelacht, vielleicht kommt es mitunter zu persönlichen …

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Best-Practice: Kreuz im Knast durch Gespräche gemeinsam herstellen

Best-Practice: Kreuz im Knast durch Gespräche gemeinsam herstellen
👓 Kunst, Projekte

Bei der Einführungs- und Ausbildungstagung für Mitarbeitende „Kirche im Justizvollzug“ im St. Bonifatiuskloster Hünfeld waren die Teilnehmenden eingeladen, eigene Erfahrungen und "Best Practice" vorzustellen. Georg Becher, Gefängnisseelsorger an der JVA Detmold und der JVA Bielefeld-Senne (Offener Vollzug) stellt eine Bedienungsanleitung um Kreuze zu knoten zur Verfügung. „In Gesprächen mit inhaftierten Menschen gelange ich immer mal wieder an Punkte, an denen …

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Waffeln statt Anliegen: Wenn Seelsorge durch den Magen geht

Waffeln statt Anliegen: Wenn Seelsorge durch den Magen geht
👓 Bedienstete, Kommentar, Tagungen

„Notiz fürs nächste Jahr: Dem Gefängnisseelsorger frühzeitig absolutes Reiseverbot für Fortbildungen in Hünfeld erteilen!“ – diesen Satz diktierte mir der Sicherheitsdienstleiter (SDL) schmunzelnd in den Block, als ich nach meiner Rückkehr vom Ausbildungskurs der Gefängnisseelsorge im St. Bonifatiuskloster in Hünfeld sein Büro besuchte. Der Grund für das Seufzen des SDL? Ich war vollgepackt mit kreativen, Ideen aus der Fortbildung zurückgekehrt. …

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Häftlinge lesen damals wie heute Bücher aus der Anstaltsbücherei

Häftlinge lesen damals wie heute Bücher aus der Anstaltsbücherei
👓 Geschichte

Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 36). Bereits im Jahr der Machtübernahme wurde von den Nationalsozialisten das Büchereiwesen landesweit „gleichgeschaltet”. Von dieser „Gleichschaltung” waren auch die Gefangenenbüchereien betroffen. § 115 der Dienst- und Vollzugsordnung von 1933 erklärte die Aufgaben der Gefangenenbücherei für die NS-Gesellschaft und betonte, dass „besonderer Wert auf solche Werke zu legen ist, die den Geist …

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Kino-Tipp: Die Camino-Therapie - Finde Deinen Weg

Kino-Tipp: Die Camino-Therapie - Finde Deinen Weg
👓 Medien

Inspiriert von einer wahren Geschichte erzählt der Kino-Film von zwei Fremden, die auf dem Jakobsweg nicht nur zueinanderfinden, sondern zu sich selbst. Vor der eindrucksvollen Kulisse des Camino de Santiago entsteht ein bewegender Film über Aufbruch, Loslassen und die Kraft des Zusammenhalts. Das Thema des Films zeigt, dass der Jakobsweg als Mittel der Resozialisierung dienen kann. Wenn zwei sich auf …

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Fuß der Taube: Pfingstliche Gedanken zur verschollenen Hl. Geist-Taube

Fuß der Taube: Pfingstliche Gedanken zur verschollenen Hl. Geist-Taube
👓 Theologie

Bei vielen holzgeschnitzten, spätmittelalterlichen Dreifaltigkeitsdarstellungen fehlt oft der Heilige Geist. Die Taube, die ihn darstellte, hat die Jahrhunderte nicht überdauert. Gelegentlich war sie angebracht an einem Holzschrein, in dem der Vater den Sohn als Leidensmann vorzeigt. Ging nun der Schrein etwa bei Altaränderungen verloren, dann verschwand mit ihm auch meist die Taube. Manchmal war sie an der Krone Gottvaters …

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Vergebung im Gefängnis: "…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern"

Vergebung im Gefängnis: "…wie auch wir vergeben unseren Schuldigern"
👓 Schuld, Versöhnung

Einige fühlen sich unschuldig, obwohl sie verurteilt sind. Andere wiederum fühlen sich schuldig, obwohl es kein offizielles Verfahren gegen sie gibt. Ich kann mich selbst entschuldigen – und ich kann andere um Entschuldigung bitten. Zwischen beiden Aussagen, die die selbe Sache behandeln, besteht ein gewaltiger Unterschied. In einem Fall entsorge ich selber die Schuld, mit der anderen Formulierung bleibe ich …

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