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19. Oktober 2026

Gefängnisseelsorge

Anstaltsgeschichte(n): "Da bin ich Ihnen ehrlich..."

Guten Tag,

in der Würzburger Fussgängerzone ist fast unscheinbar ein Koffer mit einem Teddy aus Beton installiert. Dieser gehört zum Erinnerungsort der Vertreibung von jüdischen Mitbürgerinnen. Sie lebten in vielen Orten in ganz Unterfranken, wurden von dort öffentlich vertrieben, abtransportiert und ermordet. Die seit 2015 bestehenden DenkOrte zeigen Spuren dieser Geschichte auf. Als Medien des Gedenkens dienen Gepäckstücke. Der herrenlosen Koffer gibt den Blick ins Innere frei: Ein Teddy und ein Schriftstück sind zu sehen.

Geschichtsaufarbeitung in alten Gefängnissen?

Im öffentlichen Raum sind Stolpersteine verlegt worden, die die Namen von Menschen tragen, die in der NS Zeit umgekommen oder deportiert wurden. Die Artikelserie "Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge von 1934-1939" versucht auf digitale Weise Erinnerungsort zu sein. Über die Gefängnisse des so genannten "3. Reiches" ist wenig in der Literatur zu finden. Die JVA Wolfenbüttel hat in den 1990er-Jahren eine Forschungs- und Erinnerungsstätte geschaffen. Dort wurden Todesurteile vollstreckt. Was aber ist mit den anderen Gefängnissen, die zum Teil heute noch in Betrieb sind? Gibt es hier eine Geschichtsaufarbeitung? In der JVA Bochum hat man in jüngsterZeit eine Stolperschwelle errichtet in Erinnerung an die Menschen, die im dortigen Gefängnis leiden mussten. Es sind Menschen mit Namen und Geschichten.

Neuer Rechtsruck

"Da bin ich Ihnen ehrlich..." sagt ein 17-jähriger Inhaftierter im Jugendvollzug. "Ich weiß gar nichts über die Geschichte dieses Knastes", vollendet er den Satz. Die 145 Jahre alte Anstalt wurde in der Kaiserzeit gebaut, hat die Weimarer Republik und die nationalsozialistische Zeit überstanden. Warum wurde sie ab 1939 für den Jugendvollzug genutzt? Im Jubiläumsbuch zum 125 jährigen Bestehen der JVA im Jahr 2008 ist nur teilweise etwas aus der dunklen Zeit zu lesen. In aktuellen Zeiten des neuen Rechtsrucks braucht es ganz besonders Erinnerungsorte, wie die in Würzburg und anderswo. "Da bin ich Ihnen ehrlich..." - da ist noch viel zu tun.

Herzliche Grüße aus dem Jugendvollzug der 145 Jahre alten Herforder Anstalt.

Michael King
AndersOrt + Website

Vor 400 Jahren: Kritik mit "Cautio Criminalis" gegen Hexenprozesse

Kategorien: Geschichte, Straftheorie

Auf dem Höhepunkt des Hexenwahns wird das Jahr 1626 zur Initialzündung für das bahnbrechende Werk „Cautio criminalis“ von Friedrich Spee von Langenfeld. Der junge Jesuit erlebt in Würzburg als Beichtvater erstmals Folterverhöre aus nächster Nähe. Dort wie auch später in Paderborn hat er viele zum Tode Verurteilte, überwiegend Frauen, bis zum Scheiterhaufen begleitet. Das Recht auf eine faire Verteidigung wurde …

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Vor 400 Jahren: Kritik mit "Cautio Criminalis" gegen Hexenprozesse

Kein „Entweder-oder“, sondern der konkrete Mensch mit Würde

Kein „Entweder-oder“, sondern der konkrete Mensch mit Würde
Kategorien: Extremismus, Geschichte, Theologie

„Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört“, sagt Jesus im Matthäus-Evangelium. So antwortet er auf die Fangfrage der Pharisäer auf der einen und der Anhänger des Kaisers auf der anderen Seite, ob es erlaubt sei, dem Kaiser Steuern zu zahlen. Sagt er Ja, erbost er die geistlichen Anführer in ihrer Ablehnung eines gottgleichen Kaiserkultes, sagt …

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Diakonisch Christsein: Auf die Geschichten der Menschen hören

Kategorien: Ehrenamt, Gesellschaft, Ökumene

Die Kirche(n) begegnen Menschen an verschiedenen Orten. Sie können Trost und Zuversicht vermitteln. Gleichzeitig motiviern und unterstützen sie für gesellschaftlich-diakonisches Engagement. Das geschieht in den zahlreichen Feldern der Seelsorge oder im ganz persönlichen Handeln in der Nachbarschaft, im Sozialraum und an Orten, die "gottlos" zu sein scheinen, wie der eines Gefängnisses. Die Deutsche Bischofskonferenz hat eine Arbeitshilfe mit dem Titel …

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Diakonisch Christsein: Auf die Geschichten der Menschen hören

Mit Schattenseiten der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen

Mit Schattenseiten der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen
Kategorien: Geschichte, Lebenslang

Die geplante Live-Übertragung einer Hinrichtung in den USA wurde doch noch von Präsident Donald Trump nach heftiger Kritik abgesagt. Der Leiter der Dominikanerprovinz in Deutschland und Österreich, Elias Füllenbach, zeigt sich im Interview von domradio.de erleichtert. Verschiedene Dominikanerorden waren vor allem für die „Fürsorge“ und ihre seelsorgerische Arbeit in den Gefängnissen bekannt. Und doch gibt es Schattenseiten. Der US-amerikanische Kriegsminister …

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Sich dem Leid stellen: Schuld macht Menschen verantwortlich

Kategorien: Geschädigte, Theologie

Die Homilie zur Vesper an der bundesweiten Studientagung der Gefängnisseelsorge mit dem Leitthema „Zur Freiheit berufen“ hat Erzbischof Udo Markus Bentz gestaltet. In der Krypta im Hohen Dom zu Paderborn sprach er zur Kurzlesung 1 Petrus 3, 8–9. "Wir können einen Menschen nicht grundsätzlich verändern und das Geschehene nicht ungeschehen machen. Aber wir können ihm beistehen, damit ein anderer Schritt …

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Sich dem Leid stellen: Schuld macht Menschen verantwortlich

Seelsorge ist in Eigenständigkeit wertvoller Teil des Justizvollzuges

Seelsorge ist in Eigenständigkeit wertvoller Teil des Justizvollzuges
Kategorien: Kooperation, Selbstverständnis, Tagungen

Gestaltung der Fassade im Innenhof des Liborinaum durch den Künstler Sokar Uno aus Berlin. Die Leitende Ministerialrätin Katja Grafweg vom Ministerium der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen richtet ihr Grußwort an die GefängnisseelorgerInnen der bundesweiten Studientagung in Paderborn. Sie überbringt im Namen von Justizminister Dr. Benjamin Limbach die besten Wünsche. "Wir treffen uns heute an einem besonderen Ort. Das Liborianum blickt …

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Sachsen-Anhalt: Ein Land versteht man nicht im Vorbeigehen

Kategorien: Politik, Rechtsextremismus

Demonstration und Kundgebung auf dem Domplatz aus Anlass der Landtagswahl 2026 in der Landeshauptstadt Magdeburg. Foto: Imago. Der Gefängnisseelsorger Christoph Tekaath von der JVA Burg und Projektleiter der Kampagne „Bewusst wählen“ des Bistum Magdeburg schaut aus einer Innenperspektive auf das Land Sachsen-Anhalt und die katholische Kirche dort. Eine möglicherweise einseitige Betrachtung Sachsen-Anhalts, seiner Kirche(n) und der Frage, was nach der …

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Sachsen-Anhalt: Ein Land versteht man nicht im Vorbeigehen

GefängnisseelsorgerInnen sind autonomes Gegengewicht im Vollzug

GefängnisseelsorgerInnen sind autonomes Gegengewicht im Vollzug
Kategorien: Selbstverständnis, Tagungen

Seit Jahren gibt es einen guten und regelmäßigen Austausch zwischen Vertretern der Bundesvereinigung und den Vertretern der Katholischen und Evangelischen Gefängnisseelsorge. Unsere Gesprächsinhalte berühren vollzugliche und ethische Themen, sowohl im Umgang mit Gefangenen als auch mit Bediensteten, vielfach sind es Themen, die im Alltag einer Anstaltsleitung eher hinten anstehen, weil eben andere Fragen scheinbar dringlicher zu regeln sind. Das Personalgeschäft, …

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Gleichnis Jesu ist Affront gegenüber jenen, die meinen berufen zu sein

Kategorien: Kommentar, Theologie, Vorbilder

Vor unserem Haus stand der Rettungswagen – mal wieder. Aus dem Fenster unserer Wohnung sah ich, wie die Sanitäter unten ins Haus gingen. Öfter schon waren sie da, um die Nachbarin aus der ersten Etage ins Krankenhaus zu fahren. Beim letzten Mal, so erzählte es ihr Mann, habe sie sich auf eigenen Wunsch entlassen, um wieder zuhause zu sein. Er …

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Gleichnis Jesu ist Affront gegenüber jenen, die meinen berufen zu sein

Medienangebote für Menschen in Haft- und Arrestanstalten

Medienangebote für Menschen in Haft- und Arrestanstalten
Kategorien: Bildung

Ein Appell für mehr Zusammenarbeit mit Gefangenenbüchereien. Die Arbeit der Gefangenenbüchereien findet häufig abseits der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, aber auch der bibliothekarischen Fachwelt statt. Der Vorsitzende des Fördervereins Gefangenenbüchereien und Experte mit langjähriger Erfahrung in Sachen Medienangebote für Menschen in Haft und Arrest Gerhard Peschers wendet sich deshalb mit einem Appell an die Fachöffentlichkeit. Im UNESCO-Manifest Öffentliche Bibliotheken des bibliothekarischen …

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10. Oktober: Die Welttag-Initative gegen die Todesstrafe

Kategorien: Lebenslang

Die Zahl der weltweit gemeldeten Hinrichtungen ist seit 2024 um 78 % gestiegen. Die Europäische Union und der Europarat lehnen die Todesstrafe in allen Fällen und unter allen Umständen kategorisch ab. Die Todesstrafe – einschließlich des Prozesses, der zur Hinrichtung führt – ist eine unmenschliche und erniedrigende Behandlung. Es wird gefordert, der restaurativen Justiz den Vorrang zu geben und sich …

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Im Zuchthaus Herford starben im „Dritten Reich” Häftlinge

Im Zuchthaus Herford starben im „Dritten Reich” Häftlinge
Kategorien: Geschichte

Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 41). Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten übernehmen diese die Hoheit über die Rechtspflege. Der Charakter des Strafvollzugs verändert sich im Dritten Reich grundlegend. Mehre (sic!) Verordnungen schränken die Hafterleichterungen für Strafgefangene massiv ein. So wurde das Tabakrauchen untersagt und der Empfang von Geburtstagspaketen verboten. Die JVA Herford wurde unter den Nationalsozialisten vom …

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Neue psychoaktive Substanzen (NPS): Unberechenbar. Gefährlich.

Kategorien: Drogen, Jugendvollzug, Texte Gefangener

Drei Monate lang haben sich Gefangene der Jugendstrafanstalt Wittlich mit Neuen psychoaktiven Substanzen (NPS) auseinandergesetzt. Aus Fachwissen, persönlichen Erfahrungen und kreativ-künstlerischer Arbeit entstand eine Ausstellung, die zeigt, wie aus Prävention eigene Auseinandersetzung werden kann. Der junge Mann steht in der Aula der Jugendstrafanstalt Wittlich und blickt auf die Ausstellung, an der er selbst über Wochen mitgearbeitet hat. Acht Stellwände sind …

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Neue psychoaktive Substanzen (NPS): Unberechenbar. Gefährlich.

Ein privater Besuch im polnischen Gefängnis Warschau-Bemowo

Ein privater Besuch im polnischen Gefängnis Warschau-Bemowo
Kategorien: International

Die Außenstelle des Gefängnisses in Warschau-Bemowo wurde von dem bayerischen Gefängnisseelsorger Heiner Vogl von der JVA Bernau besucht. An dem Treffen nahmen der Diakon des Erzbistum München und Freising sowie der Franziskanerpater Dr. Jan Dezyderiusz Pol OFM vom Büro der polnischen Bundesgefängnisseelsorge teil. Dieser besuchte im Jahr 2025 die Studientagung der Katholischen Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V. in Erfurt als internationaler …

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Gefängnisseelsorger beobachtet mentale Belastung in U-Haft

Kategorien: Drogen, Stellungnahme, U-Haft

Warten hinter Gittern und draußen geht das Leben weiter. Mit der Untersuchungshaft beginnt eine Zeit der Ungewissheit. Zwei ehemalige Insassen und der Gefängnisseelsorger Richard Raming erzählen, was die Haft mit Menschen macht. Uwe Trapp das erste Mal in Haft kam, da war er 16 Jahre alt. Wegen Erpressung bekam er ein Jahr auf Bewährung. Dabei blieb es nicht. Immer wieder …

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Gefängnisseelsorger beobachtet mentale Belastung in U-Haft

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