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05. April 2026

Gefängnisseelsorge

In meinem Gefängnis bin ich selbst der Direktor

Guten Tag,

In meinem Gefängnis bin ich selbst der Direktor lautet der Titel der Evangelischen Konferenz für Gefängnisseelsorge in Deutschland im Mai 2026. Die Katholische Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V. tagt im Oktober 2026 zum Thema: "Zur Freiheit berufen – Auftrag und Möglichkeiten im System“. Das Gefängnis ist ein weitgehend abgeschottetes und geschlossenes System. Wie in jedem System kann es dennoch Freiräume geben, die etwas ermöglichen oder die subversiv (aus)genutzt werden. Das kann positiv wie auch negativ sein. Da nutzt ein Inhaftierter beispielsweise drei Monate ein Smartphone, das er in illegaler Weise beim Besuch im Haftraum mitnahm. Ein anderer Gefangener erkennt beim Gespräch mit der Suchtberatung von draußen, dass er etwas ändern muss.

In diesem Spannungsraum bewegt sich Gefängnisseelsorge. Sie will trotz der Gegebenheiten "Frei-Räume" und "Lebens-Räume" eröffnen – sowohl für Gefangene als auch für Bedienstete. Seelsorgliche Gespräche und innovative Gruppenangebote geben Gefangenen die Möglichkeit, ihr Herz auszuschütten, Schuld zu benennen, Frust abzulassen, Neues auszuprobieren und andere Seiten an sich zu entdecken. Räume zum Musik machen, Kreativ sein und in Kontakt gehen werden angeboten. Wahrscheinlich ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein angesichts der Sicherheitsvorkehrungen und des Mangels, sich selbst zu entdecken hinter Gittern?

„Sein eigener Direktor sein" könnte Mut machen, Dinge auszuprobieren ohne die gesetzten Regeln zu missachten oder zu übergehen. GefängnisseelsorgerInnen haben viele Freiheiten, die sie einsetzen können, um derartige Freiräume hinter Gittern sichtbar zu machen. Durch ihre Verschwiegenheit werden sie zu "GeheimnisträgerInnen", was gut eingeordnet werden muss im geschlossenen System. Sie haben Schlüssel zu den Hafträumen und müssen diese auf-und zuschließen. Gefängnisseelsorge kann aber auch Herzen aufschließen, durch ehrliche Rückmeldungen und echter Annahme der Inhaftierten, trotz jedweder Straftaten. "Direktor" zu sein hat mit "Macht" zu tun. Wie gehe ich damit um? Welche Art Macht kann ich einsetzen, angesichts der Vorgaben und Reglementierungen?
Die christliche Botschaft spricht davon, das "alle Menschen zur Freiheit berufen sind". Dabei nicht zu vergessen, dass ein "innerer GefängnisdirektorIn" eine mögliche Metapher unserer aller innerer Gefängnisse sein könnte, in denen der eigene Direktor oder Direktorin aus lauter Pflichtbewusstsein oder anderer Motive keine wirkliche Freiheit zulassen kann.

Herzliche Grüße

Michael King

AndersOrt + Website
Gefängnisseelsorger JVA Herford

Say something: Ostergottesdienst im Jugendvollzug

Kategorien: Gottesdienst

Fünfzehn jugendliche Inhaftierte gehen mit eiligen Schritten in die Anstaltskirche. Gefolgt von fast so vielen Bediensteten am Ende der Gruppe. Sie schauen sich in der Kirche um und unterhalten sich angeregt. Einer bietet dem anderen ein Bonbon an. Erwartungsvoll blicken sie auf das schwarze Tuch und die riesige Kerze auf dem Altar. Alles wie immer sonntags, möchte man meinen. …

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Say something: Ostergottesdienst im Jugendvollzug

Osterfest. Das Zweite. Orthodox. Nichts für Ungeduldige

Osterfest. Das Zweite. Orthodox. Nichts für Ungeduldige
Kategorien: Gottesdienst, Ökumene

Alfons Zimmer war bis 2022 über 30 Jahre in beiden Bochumer Justizvollzugsanstalten als Gefängnisseelsorger tätig. Früh gab es eine russisch-orthodoxe Seelsorge-Gruppe im Knast. Die Rumänisch-Orthodoxen baten um Zwiebelschalen für ihre roten Ostereier. Zimmer berichtet von einer orthodoxen Osternacht „draußen“. Die feierliche russisch-orthodoxe Liturgie ist nichts für Ungeduldige. Der Gottesdienst dauert gut vier Stunden. Die Rumänisch-Orthodoxen treffen sich am Sonntagmorgen in …

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Momentaufnahme: Muss mich nicht verstellen und nicht rein waschen

Kategorien: Gerechtigkeit, Gottesdienst

Momentaufnahmen halten manchmal mehr fest als einen Moment. Sie können wie ein Porträt Charakter ausdrücken. Das Wesen einer Person wird sichtbar, nicht nur ihre Oberfläche. Das muss nicht unbedingt ein schönes Bild sein, es geht nicht durch einen Hochglanzfilter - stattdessen erzählt es Geschichte. Momentaufnahme - echtes Porträt Ein Künstliches-Intelligenz (KI) Bild ist vielleicht für den ersten Blick ein Hingucker, …

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Momentaufnahme: Muss mich nicht verstellen und nicht rein waschen

Islamische Gefängnisseelsorge in Deutschland: Grundlagen und Modelle

Islamische Gefängnisseelsorge in Deutschland: Grundlagen und Modelle
Kategorien: Interreligiös, Literatur, Medien

In den letzten Jahren hat sich die islamische Gefängnisseelsorge weiterentwickelt, allein quantitativ in den Bundesländern, aber auch qualitativ durch unterschiedliche Modelle und Kooperationsformen, Standards und Verfahren, die in den meisten Bundesländern bereits in Regelstrukturen überführt wurden. Dazu zählen auch die Unterstützung von Aus- und Weiterbildungsangeboten und die Bezahlung der muslimischen religiösen BetreuerInnen. Auf muslimischer Seite fand weiterhin ein Professionalisierungsprozess in …

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Sie ist die neue Anstaltsleiterin im Herforder Jugendgefängnis

Kategorien: Bedienstete, Jugendvollzug

Martina Schuchert leitet seit Kurzem die Justizvollzugsanstalt Herford im Jugendvollzug. Sie erzählt von ihrem Berufsweg, tollen Erfahrungen und Herausforderungen im Umgang mit jungen Gefangenen. 260 Gefangene, 250 Mitarbeiter: Martina Schuchert ist seit 2. März Chefin in der Herforder Justizvollzugsanstalt. Was die 45-Jährige in der JVA Herford reizt und was sie im Alltag mit den jugendlichen Inhaftierten erlebt. Leicht ist es …

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Sie ist die neue Anstaltsleiterin im Herforder Jugendgefängnis

Einwenig "Chrisam" für das Befinden eines JVA-Bediensteten

Einwenig "Chrisam" für das Befinden eines JVA-Bediensteten
Kategorien: Bedienstete, Kommentar, Spiritualität

Frühmorgens gegen 7.30 Uhr ertönt in der JVA die Durchsage: "EINSCHLUSS! Alle Gefangen sofort verschliessen." Eine derartige Mitteilung kommt äusserst selten vor. Das Personennotgerät (PNG) teilt den Umstand wenige Sekunden später mit. Aus meinem Bürofenster sehe ich die "Sanis" in weißer Kleidung in das Betriebsgebäude rennen. Erinnerungen steigen in mir auf, als sich vor drei Jahren ein Jugendlicher suizidierte. „Hoffentlich …

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Macht hoch die Tür, die Tor macht weit: Ein so anderer König

Kategorien: Gottesdienst, Regional

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“,  so heißt es in dem bekannten Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert, welches meistens im Advent gesungen wird. Das Lied malt aus, wie Jesus als  König vorgestellt werden könnte: "er ist gerecht" heißt es da und er ist "ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt". All die menschliche Not wird er zum Ende …

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Macht hoch die Tür, die Tor macht weit: Ein so anderer König

Bücher öffnen Welten für Menschen hinter den Gittern

Bücher öffnen Welten für Menschen hinter den Gittern
Kategorien: Bildung, Geschichte

Bibliotheksarbeit im Justizvollzug in Deutschland: Von örtlichen Best-Praxis-Beispielen über regionale Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen bis zu wachsender Internationalität. Der Beitrag von Gerhard Peschers gibt Einblick in die sonst verschlossene Welt von Bibliotheken in Gefängnissen. So gilt das Motto „Bücher öffnen Welten“ nicht nur für Gefangene, sondern für alle, die kein Gefängnis von innen kennen als Einblick in diese ihnen bisher fremde …

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Alte Bücher geben Hinweise auf Häftlingsgesellschaft (Teil II) 

Kategorien: Projekte

Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934–1939 (Folge 34). Bereits in Folge 28 der Artikelserie über „Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934–1939” wurde über interessante Dokumente aus der Zeit des „Dritten Reiches” berichtet, die im Archiv der heutigen JVA Herford eher zufällig gefunden wurden. Es handelte sich dabei zum Beispiel um mehrere Jahrgänge des „Ein- und Auszahlungsbuchs über Gefangenengelder”, …

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Alte Bücher geben Hinweise auf Häftlingsgesellschaft (Teil II) 

Versuch einer Einordnung: Rechts- Populismus und Extremismus

Versuch einer Einordnung: Rechts- Populismus und Extremismus
Kategorien: Politik, Rechtsextremismus

Rechtspopulismus und Rechtsextremismus gewinnen in Deutschland und in Europa weiter an Einfluss. Am 22. Februar 2024 hat die Deutsche Bischofskonferenz bei Ihrer Frühjahrstagung in Fulda einstimmig die Erklärung "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar" verabschiedet. Die Bischöfe beschreiben den Rechtsextremismus als ein drängendste Gefahr für die freiheitliche Ordnung. Michael Drescher, Gefängnisseelsorger der JVA Karlsruhe und der Jugendarrestanstalt (JAA) Rastatt, versucht …

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Der fürsorgliche Ton des Bösen. Die subtile Logik der Verführung

Kategorien: Literatur, Philosophie, Theologie

In seinem Essay bringt Dr. Christian Geyer die teuflische Macht in Goethes Faust mit der johanneischen Erlösungstheologie ins Gespräch. Er stellt die Frage, was "Erlösung von dem Bösen" heute bedeuten könnte. Goethes Faust wird als Interpretation einer modernen Gestalt des Bösen gelesen: Mephisto erscheint nicht dämonisch, sondern im Ton der Fürsorge, Entlastung und Rationalisierung. Das Böse wirkt dort, wo Sehnsucht …

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Der fürsorgliche Ton des Bösen. Die subtile Logik der Verführung

Dazu braucht es Mitgefühl: Ehemaliger Kollege ehrenamtlich tätig

Dazu braucht es Mitgefühl: Ehemaliger Kollege ehrenamtlich tätig
Kategorien: Ehemalig Tätige, Ehrenamt, Offener Vollzug

Gefängnisseelsorger Manfred Lösch sagt: Kirche ist gefragt, wo es Menschen schwer fällt, eine Perspektive für ihr Leben zu finden. Der Ruheständler arbeitet ehrenamtlich im Berliner Offenen Vollzug. Ein Interview mit dem ehemaligen Gefängnisseelsorger der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Sie führen seit vielen Jahren im Ruhestand Ihre Arbeit als Gefängnisseelsorger ehrenamtlich weiter. Was ist Ihnen an dieser Arbeit wichtig? Schon vor …

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Da steht einer auf, der eigentlich schon abgeschlossen hat

Kategorien: Konflikte, Kriminalität, Lebensältere

Wie kaputt, wie tot kann man sein? Auf der in Richtung Unterwelt offenen Scala ging es ein paar Stufen abwärts. "Insect Wars" ist das Stichwort. Die Süddeutsche Zeitung berichtete, dass Menschen ihren Lebensunterhalt dadurch verdienen, dass sie in Terrarien giftige Insekten auf kleine Wirbeltiere loslassen. Diese Insekten machen etwas mit den Tieren, auf das nicht mal die normale Natur kommen …

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Da steht einer auf, der eigentlich schon abgeschlossen hat

Menschen werden nicht mehr zu Fällen, Kategorien oder Gegnern

Menschen werden nicht mehr zu Fällen, Kategorien oder Gegnern
Kategorien: Kommentar, Schuld

Es gibt Bibelstellen, die wirken, als seien sie von einem Kirchenrat oder von mir aus von einem Propst mit Seitenscheitel redigiert worden. Und dann gibt es die, die wir am Sonntag im Gottesdienst hören. Ein formvollendetes Drama. Eine Geschichte über Schuld, die nicht enden will. Und vor allem über den Dreck, all den Tinnef, mit dem die müde Welt und …

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„Was mache ich hier eigentlich?“ Rückblick auf Ausbildungs-Fachtagung

Kategorien: Tagungen

„Was mache ich hier eigentlich?“ Diese existenzielle Frage stellen sich Menschen privat sowie im beruflichen Kontext. In der Arbeit hinter den Mauern eines  Gefängnisses gewinnt sie eine ganz eigene Tiefe. Grund genug, sie zum Leitthema der diesjährigen Fachtagung „Kirche im Justizvollzug“ im St. Bonifatiuskloster in Hünfeld zu machen. Was genau ist der kirchliche Auftrag hinter Gittern? Trotz knapper Ressourcen und …

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„Was mache ich hier eigentlich?“ Rückblick auf Ausbildungs-Fachtagung

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