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Gefängnisseelsorge
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Viel Spaß bei der Gefängnisseelsorge!
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Guten Tag,
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"Kann ich Herrn N. mit zum Gespräch nehmen?", frage ich den Kollegen des Allgemeinen Vollzugsdienstes. "Klar, keine Frage, das ist kein Problem", sagt dieser. Ich nehme den Gefangenenausweis aus der Stecktafel heraus und gehe an dessen Haftraum-Tür. Klopfen und kurz warten. Dann schließe ich mit einem großen Schlüssel auf. Der Jugendliche liegt im Bett, der Vorhang zugezogen, es ist dunkel. Die Decke anhebend zeigt sich ein verschlafenes Gesicht. "Willst Du mitkommen zum Gespräch?", frage ich sachte. "KLar, keine Frage, stehe sofort auf", entgegenet dieser. Die Haftraumtür lehne ich an und warte.
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"Mit der Tür ins Haus fallen."
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Die SchlüsselträgerInnen im Vollzug landen sofort im "Schlafzimmer", wenn sie die Haftraumtüre aufschließen. Daher gilt es zu warten. Das kann schon ein paar Minuten dauern. Ein wenig Wasser ins Gesicht, Toilettengang und eine Jeans sowie feste Schuhe anziehen. Manche kommen mit den Schuhen in der Hand raus und ziehen sich diese im Gang an. Geht es so schneller? Ich denke nicht. Nach einer gefühlten Stunde Wartezeit gehen wir am Dienstzimmer vorbei in den "Spiegel", die Zentrale des 145 Jahre alten Gefängnisses. "Viel Spaß, ruft uns der Bedienstete hinterher."
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Warum drückt der Kollege das so aus? Bin ich als Gefängnisseelsorger ein Animator mit Spaßfaktor? Ob es den Inhaftierten tatsächlich so viel Vergnügen bereitet, mit dem Gefängnisseelsorger zu sprechen? Oft ist es doch eine ernste Angelegenheit... Vielleicht meinen die KollegInnen, dass es bei der Gefängnisseelsorge mehr Freiraum gibt und deshalb wünschen sie viel Spaß. "Den werden wir nicht unbedingt haben", will ich entgegnen. Doch ich lasse es lieber. Der jugendliche Inhaftierte geht freiwllig mit. Zu einem Kaffee und einem netten Plausch würde ich auch mitgehen wollen. Doch das Bild stimmt nicht so ganz. Die seelsorgerlichen Gespräche sind alles andere als ein Kaffeekränzchen, eher ist es oftmals harte Arbeit. GefängnisseelsorgerInnen sind ein Gegenüber, sie hören zu, geben Rückmeldung und halten so manche schwierige Situation mit aus. Da gibt es keine fertigen Antworten.
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Genauso wenig wie die Weihnachtsgeschichte klare Lösungen für das heutige Leben vorschlagen kann. Doch Göttlichkeit drückt sich im Menschen aus. Und das ist ein unfassbar grosses Geschenk.
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Michael King
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Gefängnisseelsorger JVA Herford
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"Die Liebe befreite sich aus den göttlichen Gesetzen himmelreiner Ordnungen, fürchtete nicht das Exil und sucht eine Bleibe in der brüchigen Heimat MENSCH. Hier lebt sie, uns aus dem Gesicht geschnitten".
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Wilhelm Bruners. In: Das Gespräch mit den Engeln
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Ähnlichkeiten und Wandel: Vom Klosterkerker zur Justizvollzugsanstalt
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„Zelle“, heute Haftraum, erinnert noch an die Klosterzelle. Und es ist mehr als eine Wortverwandtschaft. „Gotteszell“, ein ehemaliges Dominikanerinnenkloster ist seit 1808 ein Gefängnis, heute die Justizvollzugsanstalt Schwäbisch-Gmünd. Und die JVA für Frauen in Vechta ist ein ehemaliges Franziskanerkloster, das 1816 zu einem Zuchthaus wurde. Man könnte noch unzählige Beispiele aufzählen. Das Berühmteste ist sicher das vom heiligen Bernhard gegründete …
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👓 Gefängnisarchitektur, Geschichte
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Sternenstrahl bricht geradezu durch das Dach ins Gefängnis ein
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Die Herforder Knastkrippe hat neben vielen Besonderheiten ein kleines Detail, dass leicht übersehen wird: Die Strahlen des Sterns, denen die drei Sterndeutern gefolgt sind, strahlen direkt über dem Gefängnis. Ein Strahl jedoch bricht geradezu durch das Dach ins Gefängnis herein. Damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und …
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Blickwinkel ändern: Mehr als zu ahnen ist und als ich selbst zu ahnen wage
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Der Mann aus Nazareth ändert den Blickwinkel. Weg von der Frage der Gerechtigkeit hin auf eine grenzenlose Güte. Aus den Regeln von Besitz und Macht teilt sich der Anspruch der Gerechtigkeit, des Rechts, das sich verteidigen und organisieren und in Paragraphen fassen lassen will. „Wir nennen Jesus den Messias, den Heiland, aber wissen Sie, wie seine Zeitgenossen ihn nannten? Den …
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👓 Gesellschaft, Theologie
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Restorative Justice und Würde im Strafvollzug: Betroffenenorientiert
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Gerechtigkeit bedeutet, nicht zu bestrafen, sondern die Bedürfnisse, Gefühle und persönliche Identität aller an einer Straftat Beteiligten in den Mittelpunkt zu stellen. Restorative Justice eröffnet Raum für Dialog, Bewusstseinsbildung, Verantwortungsübernahme und gegenseitiges Verständnis. Dieser Ansatz stellt die Würde jedes Menschen in den Mittelpunkt und fördert Heilung, Empathie und soziale Reintegration. So entsteht eine gerechtere und menschenwürdigere Gesellschaft, in der Wunden …
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Doris Schäfer nimmt Abschied im Kreis der Gefängnisseelsorge
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Über das Gefängnis als „besonderer Ort der Hoffnung“ hat Gefängnisseelsorgerin Doris Schäfer von der JVA Würzburtg immer gesprochen. 15 Jahre lang ist sie rein und raus gegangen, hat mit Inhaftierten und Gefangenen gesprochen. Jetzt wird sie im Kreis der Gefängnisseelsorge verabschiedet. Ende September findet dazu eine Feier in der JVA Würzburg statt. Ein kleiner Rückblick auf ihre Arbeit. Die Schlüssel …
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👓 Ehemalig Tätige, Porträt, Regional
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Einlieferung von 22 jüdischen Häftlingen ins Zuchthaus 1935 (Teil VI)
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Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 40). Das vor 40 Jahren erschienene „Gedenkbuch. Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933– 1945” nennt zwar eine Reihe von Justizvollzugsanstalten, in denen damals unter anderem auch Juden inhaftiert waren („Anrath, Berlin-Moabit und -Plötzensee, Brandenburg-Goerden, Celle, Düsseldorf, Hamburg-Fuhlsbüttel und München-Stadelheim; ferner Gefängnisse - möglicherweise Polizeihaftanstalten - in …
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Geist Gottes atmet und lebt in jedem Menschen - auch in Haft
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Als Seelsorger in Österreichs größtem Gefängnis, der Justizanstalt (JA) Wien-Josefstadt, trifft Jonathan Werner oft auf Menschen, die eigentlich nicht wissen, was sie wollen. Es geht ihnen vielleicht wie dem Zöllner Zächaus in der Bibel, der sich von oberflächlichen Wünschen leiten ließ und schließlich an den Rand gedrängt wird. Jesus ruft ihn und er folgt. Gedanken über Berufung und Selbsterkenntnis. Ein …
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Es wird offenbar, was lange unter der Oberfläche brodelte
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Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt erschüttert. Es gab noch Hoffnung, dass es nicht so schlimm wird, dass doch eine deutliche Mehrheit stabil für Menschenwürde und Demokratie sein würde. Noch am Samstag vor der Wahl auf dem Magdeburger Domplatz fühlte man sich aufgehoben mit 10.000 anderen in der Achtung von Vielfalt und Respekt. "Jetzt muss ich wahrnehmen, dass annähernd jede zweite Person, …
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Forschung und Erinnerungsorte zur NS Justiz notwendig
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Die JVA Wolfenbüttel liegt mitten in der Stadt. Von außen kann man kaum sehen, dass es heute noch eine große Justizvollzugsanstalt ist. Der Ort und die Gebäude sind geschichtsträchtig. Ihr ältester Gebäudeteil stammt aus dem Jahre 1506. Im Jahre 1938 wurde im Alten Magazin der Schlosserwerkstatt eine "Hinrichtungsstätte" (mit Fallbeil) mit den so genannten Todeszellen errichtet. Namenliste wird bis …
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Angst verstärkt Wunsch nach Gewissheit und einfachen Antworten
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Angesichts der Wahlen im Land Sachsen-Anhalt hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer vor einer Zunahme von völkischem Gedankengut in Deutschland gewarnt. Die Wahl habe gezeigt, „wie eine radikale Partei durch den Wählerwillen mit klarer Mehrheit demokratisch legitimiert wurde“. Angesichts des Wahlergebnisses sei er im ersten Moment sprachlos, so Bischof Wilmer: „Aber ich bin entschlossen im weiteren …
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👓 Extremismus, Politik, Stellungnahme
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Cottbuser Gefängnisseelsorger kauft einen Schatz vom Trödelmarkt
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Nach dem Zweiten Weltkrieg baute ein junger Schlosser aus den Resten eines sowjetischen Raketenwerfers eine Monstranz. Bis in die 1980 er-Jahre wurde sie von seiner Gemeinde in Peitz genutzt. Dann verschwand sie – bis der Gefängnisseelsorger Krystian Burczek sie für 50 Euro nichtsahnend zurückkaufte. Pfarrer Krystian Burczek geht gerne auf die Trödelmärkte der Umgebung. Dort, so erzählt er, finde er …
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Vorstand der Gefängnisseelsorge in NRW stellt sich neu auf
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Für das Vorstandsgremium der katholischen Gefängnisseelsorge in Nordrhein-Westfalen hat die Konferenz neue KollegInnen in das Leitungsgremium gewählt. Bei der Neuwahl in der Katholischen Akademie in Schwerte wurden die beiden langjährigen Vorsitzenden Stefan Ehrlich (JVA Köln-Ossendorf) und Klaus Schütz (JVA Essen) verabschiedet. Sie bleiben als Dekane und als Gefängnisseelsorger des Landes in ihren Anstalten weiterhin im Dienst. Dekane bleiben im Amt …
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Foto-Box im Knast: Sich mit seinem Gesicht annehmen können
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Bei jeder Inhaftierung wird ein Foto des Gefangenen gemacht, um ihn im System identifizieren zu können. Dies ist im Rahmen der Haft verpflichtend. Im späteren Verlauf des Aufenthaltes hinter Gittern wünschen sich jugendliche Gefangene oft ein Bild von sich machen zu können. Der Erziehungswissenschaftliche Dienst bietet in dem Fall höchstens die Erstellung eines Bewerbungsfotos an. Alles andere ist in Haft …
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Gefängnispfarrer in Lüttringhausen: Dunkle Geschichte(n) vorher
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Am 1. September 1967 begann der Dienst als evangelischer Anstaltsseelsorger von Hans Freitag im "Strafgefängnis Lüttringhausen". So war die Anstalt damals benannt. Die amtliche Bezeichnung "Justizvollzugsanstalt", JVA, gab es noch nicht. Mit ihm nahm die kirchliche Arbeit evangelischer Anstaltsseelsorger nicht ihren Anfang. Seit ihrer Eröffnung im Jahre 1906 war er der sechste evangelische Anstaltspfarrer. Der Verfasser, Hans Freitag, war von …
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Nach 21 Jahren teilprivatisierte JVA Hünfeld wieder Landessache
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Nach 21 Jahren endet ein Experiment. Die teilprivatisierte JVA Hünfeld soll ab 2028 wieder vollständig vom Land Hessen betrieben werden. Die Begründung klingt bemerkenswert: Eine Wirtschaftlichkeitsprüfung habe ergeben, dass der staatliche Eigenbetrieb künftig günstiger sei. Bei der Eröffnung 2005 klang es genau umgekehrt. Rund 15 Prozent Einsparung sollte die Teilprivatisierung bringen. Rechnungshof hatte früh Zweifel Doch schon diese Erfolgsgeschichte war …
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Die Inhalte dieses Newsletters und der Website spiegeln eine Fülle von Meinungen wieder. Sie entsprechen nicht immer die des Vereins. Für die Inhalte der Beiträge sind die AutorInnen* verantwortlich. Fragen und Anmerkungen zum Newsletter sowie neue Beiträge bitte an king@jva-seelsorge.de
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