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Fachwoche: Gefangen – Bis der Tod uns scheidet

Montag, 29. Nov. 2021 - Mittwoch, 1. Dez. 2021

Der demografische Wandel macht auch vor den Gefängnistoren nicht halt. Mit dem wachsenden Anteil älterer Menschen in Haft werden dort die gleichen Herausforderungen virulent wie draußen: Gesundheit im Alter, Pflege, Sterben. Die besonderen Bedingungen in Haft kommen hinzu. Auch stellt sich die Frage, wie eine Resozialisierung nach langer Haftzeit im fortgeschrittenen Lebensalter gelingen kann.

Seit den 1990er Jahren hat sich die Anzahl der über 60-Jährigen in Justizvollzugsanstalten nahezu vervierfacht. Dabei ist die Anzahl der Inhaftierten seit Jahren rückläufig: In den 20 Jahren von der Jahrtausendwende um fast 15.000 Häftlinge. Am 31.03.2000 waren 60.798 Strafgefangene und Sicherungsverwahrte im Justizvollzug, 20 Jahre später waren es nur noch 46.054 (Statistisches Bundesamt 2020). Der Justizvollzug ist bisher auf junge Menschen ausgerichtet und nicht auf lebensältere.

Welche ethischen Probleme stellen sich bei Alter und Pflege in Haft? Wie ist die Gesundheitssituation älterer Inhaftierter? Welche Bedürfnisse haben sie? Welche Anforderungen stellen sich für den Vollzug? Welche Unterstützungsangebote sind erforderlich? Welche Herausforderungen stellen sich, wenn das Leben in Haft zu Ende geht? Wie kann das Leben nach langer Zeit im Vollzug außerhalb gelingen? Mit solchen und weiteren Fragen wollen wir uns aus, sozialwissenschaftlicher, politischer, ethisch – theologischer und sozialarbeiterischer Perspektive beschäftigen.

Mit dem Urteil vom 26. Februar 2021 hebt das Bundesverfassungsgericht hervor, dass das allgemeine Persönlichkeitsrecht als Ausdruck persönlicher Autonomie ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben umfasst. Auch wenn es dezidiert um die Möglichkeit des assistierten Suizids geht, werden doch darüber hinausgehende schwerwiegende Fragen zur Selbstbestimmung am Lebensende aufgeworfen. Welcher Begriff von Selbstbestimmung wird hier verwendet? Was bedeutet das unter Bedingungen von Haft und Straffälligkeit? Wer bestimmt und worüber wird eigentlich bestimmt? Grundsätzliche ethische Überlegungen werden mit der Frage nach deren Relevanz für Straffällige  – und Straffälligenhilfe – verbunden. Prof. Dr. Michelle Becka von der Universität Würzburg wird sich mit diesem Thema befassen.

Grußworte werden vom thüringischen Minister für Migration, Justiz und Verbraucherschutz, Dirk Adams (Bündnis 90/Die Grünen) und von Weihbischof Reinhard Hauke vom Bistum Erfurt gehalten.

Gesamtes Programm und Anmeldelink

 

Details

Beginn:
Montag, 29. Nov. 2021
Ende:
Mittwoch, 1. Dez. 2021
Veranstaltungskategorie:
https://www.fachwoche.de

Veranstalter

BAG S
Telefon:
+ 49 228 96635-93
E-Mail:
info(at)bag-s.de
https://www.bag-s.de/

Weitere Angaben

Hinweise
Anmeldung über den Anmeldelink.

Veranstaltungsort

Erfurt Augustinerkloster
Augustinerstraße 10
Erfurt, Thüringen 99084 Deutschland
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Telefon:
0361/57660-0
https://www.augustinerkloster.de/