Studientagungen

Die Katholische Gefängnisseelsorge in Deutschland e.V. führt Fach- und Studientagungen für pastorales Personal und andere Interessierte durch. Diese sind von der Deutschen Bischofskonferenz und den Bistümern als Fort- und Weiterbildung sowie als Ausbildung zur Gefängnisseelsorge anerkannt. In diesem Kalender sind ökumenisch-interdisziplinäre Veranstaltungen und die Ausschreibungen anderer Anbieter aufgeführt. Neben Präsenzveranstaltungen können dies virtuelle Meetings sein.
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Religiöses Heil im interdisziplinären Dialog

Freitag, 8. Okt. 2021 - Samstag, 9. Okt. 2021

Nach vier befreiungstheologischen Workshops in Wien und Mödling und zwei in Leuven (davon einer digital) laden wir zu einer neuen Ausgabe des internationalen Workshops „Befreiende kontextuelle Theologien“ nach Salzburg ein. Wenn alles klappt, persönlich in Salzburg, ansonsten online, hybrid oder wie auch immer.

Befreiungstheologie und Kritische Entwicklungsforschung

Eine interdisziplinäre Herausforderung

Die unterschiedlichen befreiungstheologischen Ansätze, die seit den 1960er Jahren in aller Welt artikuliert wurden, finden eine zentrale Gemeinsamkeit in der Frage, welche Beziehung zwischen dem biblisch bezeugten Anbruch des „Reiches Gottes“ und dem politischen Engagement für eine gerechte, solidarische und humane Gesellschaft besteht. Kurz gesagt: wie hängen religiöses Heil und gesellschaftliche Befreiung zusammen?

Methodisch bringt die Auseinandersetzung mit dieser Grundsatzfrage befreiungstheologischer Forschung eine interdisziplinäre Ausrichtung mit sich, wobei der Dialog der Befreiungstheologie mit den Sozialwissenschaften besonders prägend war. Eine Disziplin bzw. eine Konstellation von Disziplinen, die in der frühen Phase befreiungstheologischen Denkens (etwa bei Gustavo Gutiérrez und Jean-Marc Ela) eine wichtige Rolle spielte, waren Entwicklungstheorien, also die soziologische, politikwissenschaftliche, ökonomische und globalisierungstheoretische Reflexion globaler Beziehungen zwischen unterschiedlichen Ländern, vor allem zwischen dem industrialisierten Norden – den Zentren – und dem „globalen Süden“ – den Peripherien.

Rezipierten VertreterInnen der Befreiungstheologie anfangs vor allem dependenztheoretische Zugänge zu globalen Ungleichheiten, gerieten weitere entwicklungstheoretische Konzeptionen zur Analyse von Armut, Abhängigkeit und wachsender Ungleichheit aus dem Blick; dabei böten zyklisch wiederkehrende Finanzkrisen, der dramatisch sich zuspitzende Klimawandel sowie Dynamiken internationaler Migration mehr als genug Anlass, den Dialog mit Analysen und Modellen aktueller kritischer Entwicklungsforschung zu suchen. Ansätze wie die Weltsystemtheorie, dekoloniale, feministische oder queere Kritik und das Post-Development-Paradigma eröffnen der befreiungstheologischen Auseinandersetzung mit den „Zeichen der Zeit“ interessante Möglichkeiten eines interdisziplinären Dialogs, einer Analyse eigener Methoden und Forschungskonzepte sowie einer differenzierten Macht- und Herrschaftskritik.

Zu diesem Workshop „Befreiende kontextuelle Theologien“ sind (Nachwuchs-) WissenschaftlerInnen eingeladen, die sich mit Befreiungstheologie, feministischer und/oder queerer Theologie, kontextuellen Theologien und/oder Entwicklungsforschung befassen. Fragen und Themen, die für diesen Workshop interessant sein können, sind u.a.:

  • Was können befreiungstheologische und Kritische Entwicklungsforschung inhaltlich und methodisch voneinander lernen?
  • Welche kritischen Konzepte der Entwicklungsforschung sind für die aktuelle Befreiungstheologie am ehesten anschlussfähig (und umgekehrt)?
  • Wie werden post- bzw. dekoloniale Kritik von Befreiungstheologie und Entwicklungsforschung rezipiert?
  • Wie lässt sich die Rolle von Religion in den aktuellen globalen Dynamiken und Spannungsfeldern beschreiben?

  • Welche Rolle spielt(e) Religion für Widerstände gegen ungleiche gesellschaftliche Verhältnisse?
  • Welche (kritischen) Beiträge lassen sich aus den Perspektiven von feministischen, queeren und kontextuellen Theologien für die aktuelle Diskussion der Entwicklungstheorien formulieren?
  • Welche Kooperationen zwischen Befreiungstheologie und Kritischer Entwicklungsforschung sind angesichts aktueller Problemstellungen denkbar?

Am Vorabend des Workshops, am 7. Oktober 2021, wird zum sechsten Mal der Erwin-Kräutler-Preis für kontextuelle Theologie, interreligiösen Dialog und befreiungstheologische Forschung vergeben.


Methode und praktische Hinweise

Wir laden WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen, die sich mit Theologie und/oder Entwicklungsforschung befassen, ein, die genannten Themen gemeinsam in einem interdisziplinären Dialog zu bearbeiten. Wie bisher haben alle TeilnehmerInnen Gelegenheit, ihre Thesen selbst zur Diskussion zu stellen. Wir laden insbesondere auch jüngere WissenschaftleInnen (DoktorandInnen, PostDocs) zur Teilnahme ein. Die eingereichten Vorschläge werden vor dem Workshop begutachtet. Es ist geplant, einige der Beiträge nach dem Workshop in einem Sammelband zu veröffentlichen. Die Einreichfrist für Exposés (ca. 5000 Zeichen) ist der 30. April 2021. Die Exposés bitte an senden. Es ist geplant, den Workshop vor Ort durchzuführen, ggf. mit der Möglichkeit, auch per Internetschaltung aktiv daran teilzunehmen.

Der Workshop wird u.a. von Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche in Deutschland gefördert. Teilnehmende aus mittel-/osteuropäischen Staaten können daher bei uns Reisekostenzuschüsse beantragen.

 

Details

Beginn:
Freitag, 8. Okt. 2021
Ende:
Samstag, 9. Okt. 2021
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Paris Lodron-Universität Salzburg
E-Mail:
Website:
http://www.uni-salzburg.at/ztkr/bthw2021

Veranstaltungsort

Salzburg
Katholisch-Theologische Fakultät, Universitätsplatz 1
Salzburg, Salzburg 5020 Österreich
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Website:
http://www.uni-salzburg.at