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20. Februar 2026

Gefängnisseelsorge

Lange Fingernägel als Ausdruck von Rückzug und Einkehr

Guten Tag,

im Jugendvollzug begegnen sie mir immer wieder – Männer mit auffällig langen Nägeln an den kleinen Fingern. Frage ich den Jugendlichen, welche Bedeutung diese für ihn habe, grinst er und sagt: "Nein, eigentlich hat es keinen speziellen Hintergrund für mich", aber er will trotzdem nochmals drüber nachdenken.

Symbol für sozialen Rang

Ich informiere mich und lese, dass die Praxis, sich die kleinen Fingernägel wachsen zu lassen, nicht neu ist. Anscheinend war die Tradition im alten China ausgeprägt, wo ein langer Nagel am kleinen Finger als Zeichen von Wohlstand und sozialem Rang galt. In vielen dieser Gesellschaften war der lange Nagel sowohl Statussymbol als auch Hinweis auf spirituelle Reinheit oder künstlerische Tätigkeit. Existiert eine Verbindung zwischen den langen Fingernägeln in Form von subtiler Statuskommunikation im Knast? Der lange kleine Fingernagel wird oft missverstanden oder negativ gesehen. Man verbindet ihn mit illegalem Drogenkonsum – insbesondere mit Kokain. Der kleine Nagel wird als „Schnupfnagel“ betrachtet, mit dem sich Substanzen aufnehmen lassen.

Rückzug von der Welt

kann oder will mir der betreffende Jugendliche nicht bestätigen. Er verneint diese Verbindung vehement. Der aus dem Libanon stammende junge Mann wird den Sinnzusammenhang schon kennen. Es sei einfach schön, solche Fingernägel zu haben. In Teilen des Hinduismus und Buddhismus gilt der lange Fingernagel als Zeichen innerer Einkehr, von Einsamkeit oder dem Rückzug von der Welt. Dieser Hinweis könnte bei dem Gefangenen zutreffen. Er zieht sich mehr als alle anderen in seinem Haftraum zurück und bleibt für sich. "Damit mir nichts passiert und ich nicht angegangenen werde", erzählt er mir.
Eine gute Fastenzeit und einen guten Ramadan wünschen wir, in denen einiges in innerer Einkehr neu und anders wachsen kann.

Michael King

AndersOrt + Website
Gefängnisseelsorger JVA Herford
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"Was habe ich falsch gemacht bei meiner Vorstellung?" - so begann Marc Nelson, Knigge-Trainer aus Hamburg, seinen dreistündigen Workshop in der JVA Bochum und tags darauf in der JVA Duisburg. Schnell hatten die Inhaftierten mit einem scheuen Lachen angemerkt: "Dein Hosenträger guckt raus!" und "Dein Hosenschlitz ist offen!". Aber seine lauten Worte und sein zu Nahekommen mit "Nelson! Marc!" musste …

👓 Haftalltag, Regional, Vorbilder

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Die Bibel "queer" zu lesen sei "brisant" und "polarisierend", räumt selbst das Katholische Bibelwerk mit Sitz in Stuttgart ein. Doch die Heilige Schrift soll unvoreingenommen nicht als Normensystem gelesen werden. Es gehe nicht darum, "moderne Identitäten in alte Texte hineinzulesen", so ein Sprecher. Es geht um die Frage, "welche Formen von Liebe, Körperlichkeit und Zugehörigkeit die Bibel erzählt – und …

👓 Gender Diversität, Rezension

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Durch die Unterstützung des Ingeborg-Drewitz-Literaturpreises für Gefangene sollen inhaftierte Menschen motiviert werden, ihre Situation literarisch zu verarbeiten. Den Texten von Gefangenen können damit Öffentlichkeit verschafft und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Strafvollzug gefördert werden. Die Trägergruppen des Preises möchten den unermüdlichen Einsatz und die hohen Verdienste der Schriftstellerin Ingeborg Drewitz (1923-1986), die sie in der Straffälligenarbeit erworben hat, würdigen und …

👓 Inhaftierte, Literatur

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Ehemalige Häftlinge des Zuchthauses Herford im KZ Dachau

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Das Zuchthaus Herford und seine Häftlinge 1934-1939 (Folge 37). Strafhäftlinge konnten im „Dritten Reich” nicht unbedingt davon ausgehen, dass sie nach restloser Strafverbüßung tatsächlich nach Hause entlassen wurden. Karl Schabrod stellte 1969 in seiner Untersuchung über den antifaschistischen Widerstand an Rhein und Ruhr unter anderem fest, dass die Verurteilten „nur noch in seltenen Fällen nach der Strafverbüßung auf freien Fuß …

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Eine dicke Kerze steht im Bereich der vielen kleinen Kerzen in einer Ecke des Trier Doms. Sie brennt wie das „ewige Licht“ dauerhaft. Die Kerze und die angebrachten Tonfiguren dahinter erinnern an die Amokfahrt in der Stadt 2020. Weihbischof Jörg Michael Peters erzählt an diesem Erinnerungsort den GefängnisseelsorgerInnen, die im Jugendvollzug arbeiten, den Hintergrund. Bei der Amokfahrt am 1. …

👓 Geschädigte, Regional

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JVA Heidering: „Ich arbeite in der Justizvollzugsanstalt als Seelsorgerin“

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"Gelassen einschlafen", so lautet eine Reihe des Radio rbb um 21:58 Uhr. Dazu gibt es in einen täglichen "Abendsegen" eine Art Meditation, die mit einem Segenswort endet. Gefängnisseelsorgerin Christina Brath, die in der Justizvollzugsanstalt Heidering bei Berlin arbeitet, hat eine Woche die Staffel der abendlichen Sendungen übernommen. Sie erzählt als Seelsorgerin in einer Justizvollzugsanstalt. Robin Ich arbeite in einer Justizvollzugsanstalt …

👓 Bedienstete, Inhaftierte, Porträt

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Migration als Ressource, die biografisch und gesellschaftlich wirksam ist

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"Und raus bist Du. Migration und Delinquenz", so lautet der provokante Titel zur Studientagung der Arbeitsgemeinschaft Jugendvollzug. 17 GefängnisseelsorgerInnen aus dem Bundesgebiet treffen sich im Jugend- & Gästehaus des Bistum Trier. Sie stellen sich eine Woche den vielfältigen und komplexen Aspekten von Migrationsgeschichten und möglicher Inhaftierung von jungen Menschen. Beides hat nicht unbedingt miteinander zu tun. Migration und Straftaten dürfen …

👓 Jugendvollzug, Migration

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Es machen sich Ängste breit, wohin die Reise gehen wird…

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Eisenbahngleichnis Wir sitzen alle im gleichen Zug und reisen quer durch die Zeit. Wir sehen hinaus. Wir sahen genug. Wir fahren alle im gleichen Zug. Und keiner weiß, wie weit. Ein Nachbar schläft, ein anderer klagt, ein dritter redet viel. Stationen werden angesagt. Der Zug, der durch die Jahre jagt, kommt niemals an sein Ziel. Wir packen aus, wir packen …

👓 Gesellschaft, Literatur, Philosophie

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Sexueller Missbrauch: T-Shirts verdecken den Blick in die Trierer Jesuitenkirche

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Die Seminarkirche des Priesterseminars in Trier war von 1570 bis 1773 Kirche des Jesuitenordens. An diesem Ort der dreischiffigen gotischen Hallenkirche versperrt zurzeit am Eingang eine Art Garderobe aus weißen T-Shirts den Weg in die Kirche. Schnell wird klar, es geht um den Sexuellen Missbrauch in Kirche und Gesellschaft. Die T-Shirts verdecken den uneingeschränkten Blick in die Dreifaligkeitskirche. Kinderschutzexperten aus …

👓 International, Kunst, Sexueller Missbrauch

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JVA Heinsberg: "Der Jugendknast ist keine Lösung für Zwölfjährige"

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Der Leiter der JVA Heinsberg im Jugendvollzug, Jochen Käbisch, ist gegen eine Herabsetzung der Strafmündigkeit. Bereits 14-Jährige sind inhaftiert. Viele erleben hinter Gittern zum ersten Mal eine richtige Tagesstruktur. Jochen Käbisch hat die Debatte über die immer wieder neu aufkommende Forderung nach einer Senkung des Alters zur Strafmündigkeit auf 12 Jahre mitkommen. In Dormagen wird der 14-jährige Yosef von einem …

👓 Jugendvollzug

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Die Publikation "AndersOrt" der Gefängnisseelsorge wird 15 Jahre alt

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In der Geschichte der Gefängnisseelsorge gab es schon früh Publikationen. Bereits 1925 wurde die Pastoralinstruktion vom Fürstenbischof Kardinal Bertram in Breslau für die Vereinigung der katholischen Strafanstaltsgeistlichen auf dem Gebiet von Preußen veröffentlicht. In den 1980 er Jahren ist eine Bundesstelle der Gefängnisseelsorge in Fulda eingerichtet worden. Die Personalkörperschaft von Tätigen in der Gefängnisseelsorge hat sich 2017 zu einem gemeinnützigen …

👓 Geschichte, Kommentar, Medien

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Spuren hinterlassen: "Was wollen Sie? Meinen Fingerabdruck?"

Spuren hinterlassen: "Was wollen Sie? Meinen Fingerabdruck?"

Erstaunt und vielleicht innerlich amüsiert äußert sich ein Inhaftierter im Ostergottesdienst der rheinland-pfälzischen Justizvollzugsanstalt Rohrbach, als der Gefängnisseelsorger dazu einlädt, die Osterkerze mit dem eigenen Fingerabdruck auf einem Wachsplättchen zu verschönern. Keine Spuren hinterlassen Das Hinterlassen des eigenen individuellen Fingerabdrucks hat nicht bei wenigen der einsitzenden Menschen zu ihrer Inhaftierung geführt. Die eigenen Spuren zu hinterlassen - theologisch eine durchaus …

👓 Spiritualität, Theologie

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Sterben im Strafvollzug: Erforschung eines kaum bekannten Themas

Sterben im Strafvollzug: Erforschung eines kaum bekannten Themas

Die Studie mit dem Namen ARREST soll die palliativmedizinische Versorgung Inhaftierter abbilden und mögliche Defizite und Potenziale aufdecken. Eine schwere unheilbare Erkrankung kann einen Menschen in jeder Lebenssituation treffen – auch während einer Haftstrafe oder einer Sicherungsverwahrung. In Deutschland werden sterbende Inhaftierte in der Regel vorzeitig entlassen, wenn dadurch die öffentliche Sicherheit nicht gefährdet wird. Es gibt jedoch Menschen, die …

👓 Lebensältere, Sterben

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Eine Haltung: Aufrichten - nicht richten. Retten - nicht strafen

Eine Haltung: Aufrichten - nicht richten. Retten - nicht strafen

Ein Jugendrichter in Halle an der Saale, sagte bei einer Diskussion, er wolle junge Menschen nicht richten, sondern aufrichten. Er hat bei verschiedenen Urteilen so manch ungewöhnliche Strafe ausgesprochen, die Konsequenzen aufzeigen. Ein Urteil zu fällen ist nicht einfach und doch hatte der Jugendrichter stets noch etwas anderes im Blick: die Würde und eine mögliche Wiedergutmachung. Theologisch ist das mit …

👓 Straftheorie, Theologie

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Gott sagt: Kehrt um, verlasst die alten Wege! Ändert euer Leben...

Gott sagt: Kehrt um, verlasst die alten Wege! Ändert euer Leben...

Gott sagt: Kehrt um, verlasst die alten Wege! Kehrt um und ändert euer Verhalten! (Ezechiel Hesekiel 33,11) Gott spricht angeblich so eindeutig und klar. Wenn das mal so einfach wäre, das eigene Leben zu ändern. Der Spruch kommt als moralische Aufforderung daher. Mit Ausrufezeichen! Ich sehe Hinweisschilder mit all den Apellen und Regelvorgaben im Gefängnis: Machen Sie dies, machen Sie jenes, …

👓 Spiritualität, Theologie

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